Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Sechster Band (1770)
- Issue
- Zwölftes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2577043-2577052-9903510--2406-2579344- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
' HS OXO LS nämlich entweder mit mir Schweinbraten essen, oder in Meiner Gegenwart mit einer Heydnischen Hure eonversiren, oder mit meinen Ministern Wein, ( und also Jajin Nesach) trinken. Hieraus werde ich erkennen, ob ihr mich auch lieb habet, und nach dieser Prob« eures Gehorsamswerde ich euch und eurem Volke viel Gnade erzeigen. Die Rabbinen stutzten einander über diesen Antrag gewaltig an, und der Vornehmstedarunter, warf sich weinend vor des Königs Füssen nieder, und bat um einen dreytägigen Aufschub, in Welcher Zeit sie aus ihren Schriften erforschen wollte» / welches von diesen dreyen Verboten sie am ersten übertreten könnten. Diese Frist wurde ihnen verstattet, und sie wandten dieselbe zu Weinen, Fasten, Beten und Berathschlagungen an. Nach genauer Erwegung aller Umstände entschlossen sie sich zum Weintrinken, weil dieses nur eine Rabbinische Verordnung war, und weil die Völker, unter welchen sie wohnten, keine eigentlichen Abgöt« . ter zu nennen waren. Nach verflossener Zeit stellten sie sich wieder bey dem Könige ein, und. erboten sich zum Weintrinken, welches sie nach feinem Befehle vier und zwanzig Stundet» fortseßen wollten. Dieser Entschluß gefiel dem Könige so wohl, daß er zur Bezeugung seiner Gnade ihnen erlaubte, die Speisen nach der Art zubereiten zu lassen, daß sie also nur den Wein mit ihm gemeinschaftlich trinken durften. Die Rabbinen, erfreuet über das blaue