Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Sechster Band (1770)
- Issue
- Fünftes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 75 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2577043-2577052-9903502--2296-2579241- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
75 *XO Llnsarkberkeit zu befreyen, alles irdene Gefäß aber gar zerbrechen muß: so ist es auch mit der Seele beschaffen. Denn wenn sich dieselbe mit irrigem Glauben oder schändlichen Thaten besudelt , sich aber nicht mit dem Salpeter der Buße und der Gebote Gottes reiniget, so kann sie von der llnsauberkeit ihrer Sünde durch nichts als durch das höllische Feuer. gereinjget werden. Allein diese Strafe hat nach Verschiedenheit der Schulden ihre unterschiedene Grade. Denn auch die Gerechten thnn ein-zwcy-und mehrmalen Werke der Gottlosen und versündigen sich, wo ist einer , auf Erden, der Gutes thue und nicht fündige? Diese aber haben nur eine Wasserabwaschung, d. i. eine leichte Strafe in der Hölle nöchig, daher sie auch nicht lange aufgehaltcn werden, sondern geschwinde hindurch eilen-; denn nach der Lehre der ältesten Eabballisten haben alle Heilige ohne.Ausnahme - Hollenstrafen erdulden müssen, um ihre Seele durch dieselben von ihren Befleckungen zu reinigen. Der Verfasser fahrt in dieser feiner Vergleichung weiter fort.. Seiner Lehre stimmen der Talmud und andere Jüdische Bücher bey, deren Zeugnisse wir billig übergehen. , Da sich aber unsere Leser erinnern werden, daß wir bey Gelegenheit der Beschneidung gezeigt haben, daß Abraham an dem Höllenthore sitze, und die beschnittenen Juden nicht hineinlasse, und da man noch hier und da einige Tal- «indische'Satze findet, in welchen behauptet wird.