Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Fünfter Band (1770)
- Issue
- Neuntes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 130 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2577043-2577050-9903463--1914-2578880- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
izo GXd LsL oder nicht. Erstlich geben sie auf den veränderten Namen, welchen der Kranke erhält, genau Achtung, indem nämlich der Kranke allezeit denjenigen Namen erhält, welcher dem Rabbinen bey dem Aufschlagen der Bibel zuerst in die Augen fällt, sb entscheiden sie die Dauer der Lebenszeit des Kranken, nach den Lebensjahren derjenigen Person, dessen'Namen er aus der Bibel empfängt. Zweitens graben sie währender Namensveränderung, die der Rabbine verrichtet, eine Wachskerze auf dem Kirchhofe in die Erde ein, und nach vollendeter Handlung wieder heraus; wenn nun die Wachskerze ganz und unzerbrochen wieder zum Vorscheine kömmt, so ist es ein gutes Zeichen, ist sie aber zerknickt oder zerbrochen, so hält man dieß für ein znvcrläßiges Merkmal des Todes,?und hört auch von Stund an auf, ein Mittel Mehr an den Kranken zu wenden, sondern übergeben ihm blos im Gebete der Barmherzigkeit Gottes, und bereiten ihm zum Tode vor. Wird aber ein Kranker wieder gesund, so muß er in Gegenwart zehn erwachsener Mannspersonen gaumel benschen, d. i. ein gewisses Gebeth welches sich Hnggomel anfängt, hersagen. Es lautet also: „Gelobet seyst du, Jehovah, unser Gott, König der Welt, der du Gnade und Gutes auch denen Sündern Vsrgiltest, oder «rzeigest; denn der Herr hat mir 'auch alles Gute erkheilet;" worauf denn die anwesenden io Personen antworten: „Derjenige, welcher dir jetzt