Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Vierter Band (1769)
- Issue
- Dreyzehntes Stück (1769)
- Date
- 1769-01-01
- Page
- Seite 201 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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20 l LS LS Wenn nun die Mahlzxit selbst angehen solle, fährt Boden schätz fort, so forderten auch einige von den anwesenden Gasten, daß man die Hüner zum Essen zubereite und herbey schaffe. Man setze hiera»lf der Braut eine Henne vor, nebst ei-, pem Ey; Und dadurch wolle man anzeigen, daß.' sie eben so leicht, wie eine Henne ein Ey legt,, auch künftig ihre Kinder gebähren möge. Nachdem nun der Bräutigam von diesem Huhn seiner Braut zuerst ein Stück vorgelegt, so pflegten alle anwesende Manns« und Weibspersonen sich begierigst über die übrigen aufgesetzten Hünef hec« zumachen, und solche an sich zu reißen. Werda« bey das größte Stück erbeute, der werde für den Vornehmsten am Tische gehalten. Ja es pflege sogar unter dem Esten selbst, einer dem andern sein Stück aus den Händen, und von dem Maule wegzunehmen; wodurch ein großes Gelächter und Tumult veranlasset würde, um der Braut und dem Bräutigam etwas zu lack-en zu machen, und einiges Vergnügen zu erwecken. Nach diesen Narrenspossen gehe erst hie ordentliche Mahlzeit an, bey welcher man sich auf alle nur ersinnliche Art lustig zu machen pflege, und wenig mehr - an den verwüsteten Tempel gedenke. Hiermit stimmet dasjenige ziemlich überein, was Gchlidt, von den jüdischen Hochzeitmähleru meldet. „Gegen Abend, heißt es bey ihm, ist die Mahlzeit; wobey mau sich nicht blos lustig und. Mich, sondern zum Theil gar unartig, und fast N 5 wie