Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Vierter Band (1769)
- Issue
- Siebendes Stück (1769)
- Date
- 1769-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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TL OXO TL 9kochten Eyern, oder in Linsen; (denn ^wey gekochte Gerichte, und wenn sie auch alle beyde, noch so schlecht wären, sind nicht erlaubt,) wobey zugleich ein Schälchen mit Salz, und ein anderes mit Asche, in welcher sie, (weil es Klagl.Jerem. 3, v. r6> heisset: „Er wälzet mich in der Asche") ihr Brod eintunken; einige auch den Kopf damit bestreuen. Zum Nachessen werden noch einige rohe Früchte, als Kirschen) Johannis- oder Stachelbeeren, und dergleichen, aufgetragen. So wohl den Vor-als Nachsegen betet ein jeder in der Stille vor sich. Hie frömmer» Juden setzen sich statt dessen bey einem Heerd, oder Ofen nieder, bestreuend» ihre Köpfe mit Asche; genießen aber dabey nichts, als Brod, Salz, Asche, und Wasser. Geschiehst es, dass dieser Tag auf einen Montag, oder Donnerstag fällt, an welchen gewisse Juden, gewohnt sind, das Jahr hindurch zu fasten, so müssen diese doch nichts desto weniger diese Mahlzeit, wenn die Sonne Untergängen ist, halten. Wenn er aber auf einen Sabbäth eintrift, so können sie essen, soviel und so herrlich, als sie nur wollen. Daher in ihren Gesetzbüchern sogar der Ausdruck stehet, wenn es auch so eine herrliche Mahlzeit wäre, wie der König Salomo zu halten gewohnt gewesen. Des Abends gehen sie in die Synagoge, ziehen, ehe sie hinein treten, ihre Schuhe aus, und G 2 setzen