Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Vierter Band (1769)
- Issue
- Fünftes Stück (1769)
- Date
- 1769-01-01
- Page
- Seite 66 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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«6 . LL EXE entschlossen, die erste Pfingstnacht hindurch nicht zu schlafen, sondern mit einander in der heiligen Schrift zu lesen. Da wir nun in der größten An- Andacht mit lauter Stimme die bibl. Stücke schon durchlesen; von dem Talmud aber kaum das Stück , das aus der zweyten Abtheilung pflegt genommen, zu werden', geendiget hatten; flehe, so wurden wir von unserm Schöpfer gewürdiget, eine Stimme zu vernehmen,welche sd vernehmlich war, daß, alle unsere Nachbarn den Schall davon ganz deutlich hören konnten, doch, ohne die Worte selbst völlig zu verstehen. Diese Stimme erschreckte uns so sehr, daß wir sogleiMzur Erden auf unser Angesicht sielen; ja etzMar nicht so viel Geist in uns mehr übrig, daß wir unsere Auge» auch nur hätten aufthun können. Dem ohngeachtet hörten wir folgende ganz deutliche Worte zu ' uns reden: „Höret, ihr Geliebten, ihr Zierde aller Schönheit (meines Volkes) ihr meine Geliebt ten, Friede sey mit euch! Wohl den Aelkern, - die euch gezeuget haben! Wohl euch, auf dieser und auf jener Welt! Ihr habt eure Seelen dargegeben, mich diese Nacht zu krönen, nachdem schon seit vielen Jahren die Krone von ineinem " Haupte gefallen war. Denn ich habe keinen Tröfler. Ich habe aufder Erden nsWdQ beasich-. pn, im Schlamm gelegen. (Es ist dieses eine Cabbälistische Redensart, die so viel anzeigcn soll, daß die Schechina sowohl um der Gefangenschaft, als um der Sünde Israels willen, nicht allein in tiefster Traurigkeit, sondern auch in der größten Nie-