Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Vierter Band (1769)
- Issue
- Drittes Stück (1769)
- Date
- 1769-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Cöl. 2. vorgiebt, erstlich darum, daß es Nicht scheineu solle, als wollten sie länger Passah Hülsen, als es Gott geboten hätte. Hiernäckst aber dadurch zu zeigen, daß sie auch darinnen Gottes Gebote aufs genauste hielten, wenn er ihnen wieder erlaubte, Chomez zu essen. Wir müssen hier noch eine doppelte allgemeinere Anmerkung beyfügen. . Die erstere davon betrifft das Lesen aus den Gesetzrollen. Bey selbigen haben sie nämlich an diesem Feste allemal, wenn die Gesetzrollen herausgeholer werdertz ein absonderliches Gebet zu sprechen, welches also lautet: «Herr der Welt, erfülle meine Wünsche zum Guten, vollbringe meinen Willen, und führe mich aus der Knechtschaft zur Freyheik, aus der Dienstbarkeit zur Erlösung, aus der Finsterniß zum Hellen Lichte, und aus dem Trauern zu einem guten Tage. Laß mich Gnade, Leutseligkeit und Barmherzigkeit, sowohl in deinen Augen, als auch in den Augen aller derer, die mich sehen/ finden; Gieb mir Reichthum und Ehre, so wie geschrieben stehet: «Es entkehnete - - Laß uns. Glück haben in unfern Geschafftem und bey unserm Suche, und segne aller unser Hände Werk, so wie geschrieben steht: «Der Herr gab dem Volke - - silberne und goldene Gefäße." —— Räche uns an allen denen, die uns nach dem Leben stehen. Räche das vergossene Blut deiner Knechte, so wie geschrieben stehet: «Ich fuhr durch Egypten, und schlug alle Erstgeburt." Amen!