Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Zweyter Band (1768)
- Issue
- Drey und zwanzigtes Stück (1768)
- Date
- 1768-01-01
- Page
- Seite 354 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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354 LS SXG LS so plötzlich, jene mit dem Netz, und diese durch Kränkheit und Tod, dahingerißen werden. Dieß ist die Moral ihrer Rabbinen hierüber. — Andere sagen auch, man solle bey den Fischen, die stets ihre Augen offen zu haben pflegen, an das stets ofne und allsehende Auge Gottes denken. Der Verfasser des Lehillath Schloms macht noch eine andere Anmerkung, penn er von den Abschütteln der Kleider bey diesem Thaschlich machen redet. Er will nicht, daß man den gemeinen Leuten verstatten solle zu sagen: Wir wollen hingehen unsre Aseroß d. i. unsre Sünden abzuschütteln. Vielweniger, sagt er, solle jemand-glauben,.daß wenn er itzt seine Kleider abschüttelte, er dadurch sogleich aller Sünden auf einmahl loß würde, die er das ganze Jahr über gethan hätte. Dieß sey eine Entheiligung des göttlichen Namens, vor andern Religionsverwannten. Denn diese pflegten ohne dieß, wenn sie Juden an das Wasser gehen sahen, Spottweise zu sagen: „die Juden gehen hin ihre Sünden am Wasser abzuschütteln." Man solle also lieber sprechen: Ich will gehen Thaschlich zu machen; und dabey sich vorstellen, daß Gott nur alsdann, wenn sein allsehendes Auge eine wahre Buße bey ihnen wahrnähme, ihre Sünden in die Tiefe des Meeres werfen würde. Das Schütteln der Kleider aber soll nach der Erklärung eben dieses Autors geschehen um die Rlippoß, d. i> die unreinen Geister, welche zugleich mit den Unflath ihrer Ungerechtigkeiten ihnen anhiengen, abzuschütteln. Eben so wie man nach