Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Zweyter Band (1768)
- Issue
- Ein und zwanzigtes Stück (1768)
- Date
- 1768-01-01
- Page
- Seite 331 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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HU OXO HL gzr er sich doch selbst die Zeit bestimmt hatte; und ob er ihn etwa nur habe belügen wollen? so gab Amnon zurAntworr: Ich will mein llrtheil selber sprechen; die Zunge, welche jene ungerechte Worte gesprochen, und dich belogen hat, muß ausgeschnitten werden. Denn hierdurch gedachte Amnon dem Namen Gottes seine Ehre wieder zu gehen, und die Sünde die er durch seine llebereilung .begangen, zu büßen. Der Erzbischof sprach hierauf, die Zunge soll dir nicht abgeschnitten werden, sondern die Füße, welche nicht haben kommen wollen, da dll es mir doch angelobet hattest. Diese sollen abgefchnitten, und dein ganzer übriger 2eib soll gefoltert werden. Er gab also Befehl, daß ihm die Daumen von Händen und Füssen abgeschnitten werden mußten. Da dieses geschehen, befahl er ferner, diesen zerstümmelten Amnon in einen Kasten zu stecken, und die abgehauenen Glieder neben ahn hinein zu legen, und ihn so in sein Hauß heim zu tragen. Amnon ertrug alles-dieses gedultig, und blieb standhaft bey seltner Religion; und Hoffete durch die gelassene Ertragung seiner Schmerzen, desto eher Vergebung seiner Sünden bey Gott-zu erhalten. — Da nun nach einiger Zeit das Neujahrsfest eintrak7 so verlangte dieser Amnon, daß man ihn sollte in die Synagoge kragen, und zwar so wie er war, mit samnit seinen, ihm abgehauenen Gliedern, welche er vorher eingesalzen, und zu diesem Ende aufbe- Halten hatte. Man that ihm seinen Willen, und xr wurde mit seinem Bette neben den Vorsänger hinge-