Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Zweyter Band (1768)
- Issue
- Achtzehntes Stück (1768)
- Date
- 1768-01-01
- Page
- Seite 277 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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LS OXO LS 277 Die andere Ursache ist, weil die mehresten Juden noch, ehe der Tag anbricht, auch essen. Sie entschuldigen dieses Essen damit, daß sie sprechen, sie aßen deswegen, daß sie sich nicht andern Völkern gleichstelleten, welche allemal vor ihren Festen einen Fasttag voranschickten. Die Frömmer« aber wollen diese Ursache nicht gelten lassen, und essen also nicht, weil gemeiniglich viele Unordnung bey jungen Leuten, wie sie sagen, aus diesem Frühessen zu erwachsen pflegten. Denn viele äßen wenn schon der Tag angebrochen wäre. Diejenigen aber, so dieses vermeiden wollten, rnkd deswegen lieber vor den Slichoßgcbeten diese Mahlzeit verrichteten, fülleten sich oft mit Speisen, und Brandewein dermaßen an, daß hernach die Buß, gebeter von ihnen mit gar schlechter Andacht und Ordnung verrichtet werden könnten. ——< Bey dem ordentlichen Frühgebete wird das Techimmgebet^ (s. i. B. S. 214.) ausgelassen; Es wird auch, wie wir schon vorher erinnert, an diesem Tage nicht geblasen. »— An einigen Orten hat man gar die Gewohnheit das Blasen drey Tage vor dem neuen Jahre schon einzustellen. Sobald die Früh-Andacht in der Synagoge aus ist, pfleget man sich an den Ort dev Begräbnisse zu begeben. Denn sie sagen wenn sich Gott nicht über uns erbarmet und unsre Sünden vergiebk, so sind wir den Tobten gleich geachtet. Dabey haben sie die Hoffnung, daß sich Gott vielleicht eher S z um