Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Zweyter Band (1768)
- Issue
- Zehntes Stück (1768)
- Date
- 1768-01-01
- Page
- Seite 148 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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-48 AS GX» LS zigen Bissen Brod mehr in unserm Hause. Wenn Lu gleich noch so fleißig in dem Gesetz studirest, was hilft uns das? was kriegen unsre Kinder davon zu essen? Fasse einen frischen Muth; mache es, wie es andere Handelsleute machen. Gehe hin auf den Markt, der Gnädige und Barmherzige, der im Himmel wohnet, und eine sichere Stütze ist, denen, die auf ihn hoffen, der den Willen, derer die ihn fürchten, thut, dieser wird sich gewiß unserer erbarmen. Der arme Mann antwortete: Du redest zwar sehr weißlich, aber doch kann ich deinem Raths nicht folgen. Soll ich denn dir und mir zur Schande ausgehen? Ohne Kleid? Ohne den geringsten Pfennig, davor ich auch nur das geringste kaufen könnte? Die Frau, gieng, und borgete von den Nachbarn zierliche Kleider, und nachdem sie ihn damit angethan, gieng er im Vertrauen auf Gott, den er liebte, fort; und seine Kinder hielten an mit ihren Gebet, daß doch dieser ihr armer Vater nicht leer, und beschämet zurück kommen möchte. Dieser Mann, als er auf dem Markte, in seinen Gedanken vertieft herum gieng, sähe den Prophet Elias der ihm entgegen kam, und ihm die Versicherung gab, daß er poch heute sehr reich werden würde. Er befahl ihm sodann, daß er ihn vor seinen Knecht ausge^ ben, mit sich nehmen, und als seinen leibeigenem Sclavey zum Verkauf vorführen sollte. Der arme Mann, ob es ihm gleich nicht recht zu feyn dünkte, daß er, der vielmehr des Elia Knecht seyn sollte, diesen heiligen Mann zur Knechtschaft. der-