Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Erster Band (1768)
- Issue
- Drittes Stück (1768)
- Date
- 1768-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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35 ' LU *X-O LU Wenn der Jude vom Schlafe erwachte, sollteer sprechen: Elohai Neschomorc. d. i. „Die Seele, die du mir gegeben hast, mein Gott, „ist rein; du hast sie geschaffen, und in mich geblasen; du behütest sie mitten in mir; künftig wirst „du sie von mir nehmen, und auch dermahleinft in „mich zurückkommen lassen. So lange diese See- „le in mir ist, danke ich vor deinem Angesichte „dir, Gott, meinem Herrn, und dem Herrn mei- „ner Väter, dem Herrn aller Werke, denr Herrn „aller Seelen. Gelober seyst du, Gott, der du „die Seelen in die todren Lorper zurück- „kehren lastest." Wenn er den Hahn krähen hörete, sagteer: „Gelobet seyst du, Herr, unser Gott, du König „der Welt, der du dem Hahne Verstand gegeben hast, den Unterschied des Tages und der Nacht „zu prüfen." Wir werden noch in der Folge bemerken, daß die Juden von den Hähnen viel alte Vorurkheile hegen, und man möchte fast denken, daß die Urheber dieser Meynungen selbst nicht mehr Verstand gehabt, als die Hähne. Wenn er die Augen mit seinen Händen berührte , rufte er aus: „Gelobet rc. der du die Au- „gen der Blinden aufthust." *) D 2 Doch ') Vergl. vitringa, äe 8)'nLgoZs Verere, S. 1070.