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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1885-01-01 · 1 (1885) · p. Seite 180

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
12 (1885)
Issue
1 (1885)
Date
1885-01-01
Page
Seite 180 (sequence 184)
Language
German
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180 S. Goldschmidt. Auch der zweite Kreuzzug, der in die Zeit König Stephan's fällt und der von den beiden mächtigsten Fürsten des Continents unternommen wurde, weckte in England noch keine Begeisterung. So lange ein britischer König sich nicht selbst an die Spitze seines Volkes stellte und zum Zuge in's heilige Land aufforderte, so lange konnte sich die große Masse des Volkes trotz aller Kreuzpredigten und päpstlichen Ermahnungen für den heiligen Zug nicht erwärmen. Die Kreuzzugsbegeisterung erst hat überall den Fanatismus der Christen gegen die Juden hervorgerufen, aus dem religiösen Enthusiasmus resultiren erst die Gräuelthaten des verblendeten und irregeleiteten Volkes, und darum nützten alle Erzählungen und Fabeln von ermordeten Christenkindern, mochten sie sich noch so sehr häufen, den Geistlichen für ihre Zwecke recht wenig, es sollte noch einige Zeit dauern, bis diese Ziele auch ohne diese Märchen erreicht wurden. Wir haben uns bei diesen Anklagen und Beschuldigungen, die gegen das Judenthum vorgebracht wurden, etwas länger aufgehalten, weil sich aus ihnen die Bestrebungen der Geistlichen gegen das Judeuthum erkennen lassen, Bestrebungen, die sich nur dann geltend machten, wenn die Geistlichen selbst eine machtvolle Stellung im Reiche einnahmen, wie es ja unter Stephan der Fall war. Welche Stellung der König selbst den Juden gegenüber einnahm, können wir nicht mehr mit Bestimmtheit sagen. Von den Schatzkammerrollen aus seiner Regierung ist uns keine einzige erhalten^), und in den wenigen Urkunden findet 33) Eine Nolle wird noch bei Nadox in seiner ausgezeichneten Geschichte des Exchequer immer unter dem 5. Jahr Stephans angeführt, obgleich er selbst in seinem Buche II. p. 476 in einer besonderen, genauen Untersuchung über diese Stelle sich dafür entscheidet, daß dieselbe der Regierungszeit Heinrich's I. angehört Die Frage ist wohl jetzt durch die Untersuchungen Joseph Hunters, der diese Rolle für die Record-Comirnssion 1833 hcrausgegeben hat, endgültig entschieden. Hunter hat bewiesen, daß diese Rolle die Einnahmen desjenigen Jahres verzeichnet, welches mit dem 29. September 1130 seinen Abschluß erreichte, also das

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