Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 12 (1885)
- Issue
- 1 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 151 (sequence 155)
- Language
- German
- Belongs to
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Recension. 151 auch selbst mit den armen Jüngern in unserer Gemeinde zu lernen." Diese Beruftmg erfolgte noch bei Lebezeiten des Rabbiners R. Michel, der erst 1729 das Zeitliche segnete. R. Mordechai lehrte und wirkte, vorzüglich auch in seiner Eigenschüft als erster Vorsteher der frommen Brüderschaft bis zu seinem Tode, der am 20. Siwan 5503 eintrat. Der eigentliche Rabbiner, der nach dem Ableben des R. Michel fungirte, war nicht aus der freiwilligen Wahl der Gemeinde hervorgegangen,da ihr damals auf königlicheVerordnung der Rabbiner zu Leipnik, R. Mosche b. Aaron aus Lemberg oktroyrt wurde- Der erfolgte Widerspruch half Nichts; die Gemeinde mußte ihn, und keinen Anderen, zum Rabbiner berufen. Doch konnte er in seiner Stellung kaum ein Jahr verbleiben; die Gemeinde konnte sich nicht darüber beruhigen, daß ihr von der weltlichen Obrigkeit ein Rabbiner aufgezwungen war, und ließ es diesem entgelten, so daß von Seiten des Königs selbst endlich in die Entlassung des Rabbiners gewilligt wurde (am 27. Mai 1730). Derselbe wurde nach Frankfurt versetzt, die Gemeinde aber mußte dafür die Summe von 4500 M. erlegen. Gegen 1731 wurde R. Jakob Joschua aus Krakau zum Rabbiner berufen; ihm ging von Lemberg aus, wo er bis dahin fungirte, der Ruf eines bedeutenden Gelehrten voran. Doch ließen ihn die Angriffe, denen er von Seiten Beitel Ephraim's ausgesetzt war, nicht zur Ruhe kommen. Er hatte in seiner Gerechtigkeitsliebe bei Gelegenheit eines Streites diesem damals allmächtigen Vorsteher Unrecht geben müssen, was ihm dieser nicht verzeihen konnte. Daß dies der Grund gewesen sein soll, weshalb der Rabbiner so schnell sein Amt in Berlin aufgab, beruht nur, wie Landshuth (Seite 35) nachträglich bemerkt, auf einem ou äit, das er vor 30 Jahren gehört habe — allerdings keine besonders klassische Quelle! R. Jakob Joschua verließ schon nach drei Jahren Berlin, wandte sich nach Metz, wo er seinen Ruhm als Verfasser des