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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1885-01-01 · 1 (1885) · p. Seite 150

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
12 (1885)
Issue
1 (1885)
Date
1885-01-01
Page
Seite 150 (sequence 154)
Language
German
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150 Rerension. Rabbiner Berlins berufen, mit der Bestimmung, daß nach dem Tode seines Schwagers R. Aaron ihm auch das Rabbinat zu Frankfurt a- O. zufalle, (da mit dem zu Berlin nur ein kärgliches Einkommen .verbunden war) was auch 1722 geschah. In die Zeit dieses Rabbiners fiel das für bedeutungsvoll gehaltene Ereigniß, daß Friedrich Wilhelm I. mit der Königin' und dem Kronprinzen, dem nachmaligen Friedrich d. G., nebst Gefolge die Synagoge besuchten. Es war dies in den Mittelfeiertagen des Peßachfestes 5478; der Rabbiner verrichtete ein hebräisches Gebet, das L. Geiger (nach einer Abschrift Landshuth's) im zweiten Theil der ״Geschichte der Juden in Berlin" S. 48 abgedruckt hat. Zu spät hatte R. Michel das Verderbliche des tief eingreifenden Einflusses, welchen Nechemja Chajun, seine Schriften und ähnliche literarische Erscheinungen jener Zeit geübt hatten, erkannt. Sein eigener Sohn Liepmann wurde Convertit, als welcher er in Wien günstige Aufnahme fand, indem er unter dem Namen Aloys Wienner von Sonnenfels an der Universität die hebräische Sprache lehrte und einige grammatische, wie auch christlich - kabbalistische Schriften veröffentlichte. Mit einer anderen Schrift ״Jüdischer Blutekel oder das vom Gebrauch des unschuldigen Christenblutes angeklagten, untersucht und unschuldig gefundenen Judenthum" trat er für die verfolgten Juden ein, wie auch sein Sohn Joseph von Sonnenfels im Briefwechsel mit Moses Mendelssohn stand und als Nathgeber Josefs II. die Rechte der Juden förderte. Der Erste, der in Berlin den Titel!ראש ביו erhielt und führte, war R. Mordechai Tokles aus Liffa^), der in seiner Vokation v. I. 1726 u. A. die Verpflichtung erhielt, ״auf die Kinder der Armen zu achten und auf die Lehrer derselben, daß sie ihres heiligen Lehramtes mit Treue walten, *) So ist auch Melissa bei L. Geiger, Band U S. 76 bei einem anderen Namen zu verstehen. Diese von L. S. 118 oben gegebene Berichtigung bleibt in der dortigen Form nutzlos.

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