Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 15 (1888)
- Issue
- 1 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 157 (sequence 159)
- Language
- German
- Belongs to
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Analekten zur Geschichte der Juden. 157 darynne er eltwelang zeyt gewesen, zu dem cristenlichem Glauben bekert hat, in voran gezaigte Rechtfertigung kommen." ״Der Verzug raiche ihm zu grundtlichem Verderben." In Folge dessen forderte der Kaiser am 21. August 1509, also zwei Tage nach dem ersten Schreiben, von Demkenkarela aus den Rat zu Worm auf, ״on alles Verziehen Recht ergeen zu lassen."^ Die kaiserliche Äußerung hatte keine Beschleunigung des Prozesses zur Folge. Inzwischen kau! Pfefferkorn selbst Mitte Dezember zur Confiskation der hebräischen Bücher nach Worms. Eine Liste derselben ist uns erhalten. 1 2) Es sind im ganzen 28 Eintragungen, bei denen jedesmal hinzugefügt wird, in welcher Anzahl die Bücher vorhanden seien. Ich erhalte beim Zusammenzählen die Summe von 304 Exemplaren. Von wem die Liste auch herrühren mag,3 4) sie ist durch ihren Inhalt und ihre Unkenntnis der Sprache und der Schriften interessant genug, um in Auswahl^) hier einen Platz zu finden. Ich füge den richtigen hebräischen Ausdruck eingeklammert jedesmal hinzu: 1) Stadtarchiv, Urkunden Nr. 677, 0r. chart. c. sig. tergo impr. del. Die Namen der beiden verklagten Juden sind auf der Rückseite in einer gleichzeitigen archivalischen Notiz angegeben. 2) Der Urkunde Nr. 676 beigelegt. 3) Krakauer, a. a. O-, S. 230 giebt an, daß sich in Frankfurt das Original der von Pfefferkorn eingereichten Liste der Wormser Judenbücher befände. Außerdem hätten die Juden noch einmal ausgezeichnet, in wie viel Exemplaren die von Pfefferkorn beanstandeten Werke vorhanden wären. — Was sich in Frankfurt a. M. befindet, ist, wenn Frankfurt nicht eine Verwechselung mit Worms ist, sicherlich nur eine Copie des von mir aus Worms mitgetheilten Stückes. Wir besitzen also nicht eine Liste, die Pfefferkorn eingereicht hat und eine Liste, welche die Juden aufgestellt haben, sondern überhaupt nur eine einzige Liste, die wahrscheinlich vom Stadtschreiber herrührt nnd im Aufträge der Juden von ihm entweder nur nach den mündlichen Aussagen derselben oder auch zugleich mit Benutzung des ihm vorliegenden Pfefferkornschen Verzeichnisses ausgenommen wurde. Man kann daher auch nicht mit Bestimmtheit die in der Liste vorhandenen Jrrtümer auf Pfefferkorns Conto setzen, wie dies Krakauer a. a. O-, S. 230, Anm. 3 thut. 4) Die von mir getroffene Auswahl findet zum Teil auch darin ihre Begründung, daß in Folge der flüchtigen Schrift und der Unkenntnis des Schreibers nicht alle Eintragungen lesbar nnd verständlich sind.