Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 13 (1886)
- Issue
- 1 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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34 S. Goldschmidt. wissen nur, daß ein R. Jacob aus London die Peßach-Haggada zum besseren Verständniß für Frauen und Kinder übersetzt hat°°). Erst das nächste Jahrhundert hat in England bedeutende literarische Persönlichkeiten hervorgebracht. Wir nennen nur Moses ben Jsaac mit dem Beinamen ״ ,הנקדןder Punctator" der ein vortreffliches grammatisches Werk, ספר השוהם, verfaßt t;at57). Dagegen haben die reichen englischen Kaufleute jüdische Gelehrte unterstützt und literarische Arbeiten durch reiche Geldmittel gefördert. Ein Beispiel dieser Art ist allgemein bekamrt. Der als Grammatiker, Exeget und Astronom berühmte Abraham ibn Esra kam auf Veranlassung eines reichen jüdischen Gönners im Jahre 1158 nach London, und verfaßte auf Wunsch dieses Frenndes einige kleinere Schriften zur Belehrung und Erbauung und ein kleines Buch über die Pflichten ״Jesod Mora" genannt, welches er nach seiner eigenen Angabe während der Monate Tammus und Ab (Juli, August) des Jahres 4918 der Schöpfung- 1158 n. Ehr. fertig fiellte58). Von dem besonderen gottesdienstlichen Ritus der englischen Judenwissen wir nichts, wirdürfen aber annehmen, daß sie sich in allen religiösen Angelegenheiten nach Frankreich richteten und voir französischen Vorbildern leiten ließen. Schon zur Zeit Heinrichs 11. waren sie unter einem geistlichen Oberhaupte geeinigt. Man hat bisher immer angenommen, daß erst Johann der gesummten Judenschaft seines Landes einen gemeinsamen Leiter und Lehrer bestellt habe, wenigstens konnte man kein urkundliches Zeugniß aus früherer 60) דרכי משה Tur. 473 אורח חיים. Zunz: Synagogale Poesie II S. 62. Es ist möglich, daß dieser Jacob aus London mit R. Jacob aus Orleans, der in London Rabbiner war, identisch ist. Ein anderer gleichen Namens war im Anfang des 13. Jahrhunderts presb^ter Indaeormn, vergl. Tovcy: Anglia Judaica p. 54. 57) Nach der Histoire litteraire de France XXVII p. 485 blühte Moses Punct. in der Mitte des 13. Jahrhunderts, während ihn Geiger schon in'S 12. Jahrhundert versetzt. 5“) Grätz 1. c. VI p 415 in der 8. Note. Auch das Sendschreiben über den Sabbat gegen Rabbi Samuel ben Meir wurde von ihm in London in demselben Jahre verfaßt.