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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1877-01-01 · 1 (1877) · p. Seite 177

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
4 (1877)
Issue
1 (1877)
Date
1877-01-01
Page
Seite 177 (sequence 179)
Language
German
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Jehuda Sir Leon. 177 Coucy, Salomo der Heilige ausDreux, Simon aus Joinville, Abraham b. Natan aus Lünel, Baruch b. Isaak aus Worms und viele Andere, die in der Geschichte der jüdischen Literatur einen klangvollen Namen haben, als Jünger zu Füßen ihres Meisters saßen, bildete sich auch Jehuda Sir Leon heran und unter der Leitung seines Lehrers R. Isaak arbeitete er seine erste Tossasot aus.") Die Dauer der Lehrthätigkeit des Letztem in Dampierre läßt sich nicht genau bestimmen, aber dieselbe dürfte wohl im letzten Jahrzehnt des zwölften Jahrhunderts ihr Ende erreicht haben.") Kurz vor oder bald nach dem Tode des R. Isaak b. Samuel um 1198 trat in den Verhältnissen der nordfranzösischen Juden eine günstige Wendung ein. Philipp August gab denselben die Erlaubniß, in sein Gebiet zurückzukehren 44). Als Knabe hat er sie verbannt, den Einflüsterungen fanatischer Priester Gehör schenkend, als Mann hat er sie zurückberufen, selbstständig die Vortheile erwägend, welche aus ihrem Aufenthalte dem Lande erwachsen könnten. Von der Erlaubniß, sich wieder in Paris und zwar im Innern selbst niederzulassen, haben sehr Viele Gebrauch gemacht. Das geht daraus hervor, daß sie in Paris bald wieder zwei Synagogen hatten, und zwar stellten sie die eine alte Synagoge (rue de la Tacherie) wieder her und errichteten eine zweite in einem alten Thurme der Stadtmauer, bei dem Kloster Kamt- Jean-en G-reve, in einer Straße, die fortan den sonderbaren Namen Pet-au-diable führte. Sie wohnten nun in der Nähe der Kirche Petit-8aint-^ntoine, in der rue de Zuincampoin, am Berge Sainte G-enevieve, rue de Judas, rue de la Tineranderie oder cul-de sac des juifs und sonst, hauptsächlich aber in der rue de Lombards, welche als der Sitz der italienischen Wucherer damals der eigentliche Geldmittelpunkt von Paris war. Sie hatten zwei Begräbnißplätze, den einen in der rue G-alande, den andem unterhalb der auch von ihnen bewohnten rue de la Harpe. In der Nähe davon hatten sie sogar eine eigene Mühle. Die Verbannten suchten die Vaterstadt trotz der erfahrenen Unbill wieder auf und die Gemeinde blühte rasch wieder empor. Unter den Rückkehrenden befand sich auch Jehuda Sir Leon, der das versallene Lehrhaus wieder herstellte und dessen altes Ansehen erhöhte.

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