Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 9 (1848)
- Issue
- Heft 7 (13.2.1848)
- Date
- 1848-02-13
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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50 statt des Cusnri —" Vnt gefehlt! Man suchte einen neuen Lehrer, ganz recht! Aber dieser neue Rabbi stammt nicht aus Polen. incht srauf er den Lkek-ar rolniudischer Weisheit. sondern war genäbu nu den Brünen Hellas und Latium's. Es ist dies der sonst tüchtige clo'st'Be Philologe l),-. M., scirhcr Lehrer an der kölnzriu-cn LBlhAnw'änIe, die auf höher,: Befehl eiugchcn soll, unv drestr stetllc als erste convütio sine qu;i nun seiner Bethellignug an der „judeuihümltchen" Religionsschnle unter der Ober, eu:istchr des tifabbi Tiktin: Er tniisse vor wie nach ungcnirt von e.ltcn lürifchen Eercmoniolgesetzen leben, Trefoth essen und, an: Eabbaih seine Eignere rauchen dürfen :c. Hr. i>e. Grätz, rer noch einige Genu E.rlichleit and der Schule seines Lehrers pirsch zu besitzen scheint, soll sich roher von der Schule zurückgezogen Hoden, als Br. Rabbi Gecalja oder dos eigentliche Oberhaupt der Anstalt, rin hie"'. Vottmäklcr. ein Renegat der Geiger'ichen Partei, in die gestellte Bedingung des neuen Lehrers ein gegangen war. - Vas sogen Sie zu diesem Pröbchen Gesinnungslosigkeit? Vo!,rl:ck', es ist ZUM Orlhoeo.rwerden. U i ... - , >'chreitet unser Hr. Dr. Geiger unverdressen auf da i - e> wuschiedenen .Fortschrittes fort. Die unter seiner LAl rg!>' .'^o Anstalten erfreuen sich eines gedeihlichen Fortga S- - Aligionsschule, obgleich nicht prnnl.no mit ca u taug ur Enkate von'^noenthiimlichkeit und Iüdt>'chleitch streut roch den Soomen jüdischer Fremmigleit und Gesinnung dos Her; ihra Zöglinge und viele derselben, die seit ihrem vierjährigen Bestehe,: aus ihr hervorgegangrr: sind, werden gewist daeinst unserer Gemeinde und dem Zudenihum zur Zierde gereichen. Sie soll gegenwärtig bereits über Schüler und Scholermnen zahlen. — Auch der Lehr- und Lese-Berein erblüht immer mehr und gewinnt an Fheiluohme. Dazu tragen wohl besonders die in diesem Winter gehaltenen Bortroge des y r;,.!>r. Geiger über jüdische Geschichte von lSlö bis fest znm Besten des gedachten Znsrituts, die sich eines uugetheilken Beifalls erfreuen, bei. Freilich sieht man auch hie und da in neuester Zeit manche besorgte Miene unter den Anhängern Geigers weil darüstige Kämpe auch von der Kanzel herab dcm cntscheedeneu Fortschritte ras Wort redet, und besonders au- Ab» schass-iug der Speisegesetze, zunächst der rabbiuiuischeu dringt; doch sieht mau's ecu Leuten an, daß ihre 'Besorgnist weniger dem erschütterten Zudenthume gilt, das, wie die Bernnnstigcn wohl einsehen, doch über kurz oder laug von der Küche sich cmanziriren und seinen inner,, -Porz und Geist beseligenden Gehalt ohne olle jene Acusterlichkeiten, die occircntalischen Druck und orientalische Symbolik, ihm anfgcdrungcn haben, aus sich heraiissetzen muß, als vielmehr der Persönlichkeit Geigers, der wie ein geliebtes Kind von seinen treusten Anhängern gehegt wird, und die sogleich besorgt sind, wenn er einmal etwas weiterhinanS ins Freie tritt, er möchte sich den Schnupfen holen. Habt nur Beriraucn zu der gefunden und im Kampfe gckräftig» tcn Natur eures Rabbiners der wohl das Ziel im Auge behält auf das er losstenert, der zu tiefe Religiosität und dabei Bcsonnenhrit genug besitzt, als daß er darüber hinausrcnne und zu geringe Furchtsamkeit um hinter ihm zurückzublcibcn. — Auch auf dem literarischen Gebiete ist Herr 1>r. G. wieder rührig. Ein Schrifichenbetitelt: >L’j Abhandlungen zur jüd. Literaturgeschichte herausgegeben von Heilberg, hat soeben die Presse verlassen und sotten diese Abhandlungen, besonders die erste: über die nordfran z ö fische Eregetenschule im!2. F ohrhundert, wie Männer von Fach mich versichern, von ebenso gründlicher und tiefer Keuntnist der jüdischen mittelalterlichen Literatur als von gründlichem Fleiste und anmuthiger Schreibart ein rühmliches Zeugnist für Geigers Tüchtig seit auch auf dem theoretischen Felde der jüd. Wissenschaft ablegeu. — Das dritte Heft der Zeitschrift für jüd. Theologie soll bereits die Presse verlassen hoben, und wert-, ich Ihnen seiner Zeit, wenn der Inhalt dess.leen zur Mirthci ung für Ihr Blrtt sich eignen sollte, darüber Näheres mikthcileu. 2iict*avlfche Gluroige. In der I. E. Herma in:'schon Bnchbondlnng in Frankfurt a. ' . ist erschienen: Erinnerungen uus den deutschen Befreiungskriegen von ISi;] u. ISK. auv Volks biMietlu’foa. I o Heft, ntfKilt: Erinnerungen eines Lützowisthen Jägers a. d. Lnueourgec Haide. Bon W. H. Ackermann. Dos Geiebwisterpaar unter der Eiche bei Wöbbeli». Bon demselben. Bruchstücke aus dem Kriegsleben des Feldwebel Bär. Bon Dr. ' Stiebel, Herzog!, uassontsiber Geheimer Hofratb. Preis![]> Sgr. od. 27 fr. Oictjc nach dem Orient, der europäischen Türkei, Nubien und Palästina. Bou Bagge. kl. 8. Preis 1 Nthlr. «; Sgr. od. 2 fl. Einer Familie, oder kleinen Gemeinde, die einen Lehrer sucht, kann ich einen sehr gebildeten jungen Mann empfehlen. Eisenach. Dr. Heß. Bcrlag rer I. E. He r mann'sehe „ Buchhandlung in Frankfurt a. M. - Druck von Fried. Krähe in Offendach.