Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 17 (24.4.1842)
- Date
- 1842-04-24
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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90 krbnng erfolgte. Die Frau ftarb bald daraus nach einer zu früh erfolgten Entbindung. Die Beisetzung ihrer Reiche im Familiengrabe wurde verweigert. Am Tage ihrer Beerdigung gibt der Schwager einen Ball. Die Entrüstung über diesen Borsall ist natürlich sehr groß, und gibt nicht zu den mildesten Aeußerungen über Herrn Montefiore Anlaß." In Hildesheim wollte der dort bestehende „christliche Mäßigkei es verein" seinen Stiftungstag festlich begehen. Zu diesem Zwecle sollte vor Allem eine gottesdienstliche Feier stattfiuben. Allein da die Geistlichkeit sich weigerte eine Kirche herzuaeben, so wendete sich der Verein au die israelitische Gemeinde, welche denn auch mit Bereitwilligkeit ihr Betlokal dem Verein überließ. AuS Prag wird geklagt, daß die Behörden bei Auslegung des vorjäbrigen höchsten Erlasses über die böhmische Judenschaft von einer allzustrengen buchstäblichen Auslegung sich leiten ließen, »rir den Grundsatz, daß in allen zweifelbasten Fällen die humanere Auslegung vorzuziehen sei, nicht anerkennen wollten. l)r. I. Weil in Frankfurt a. M. weist in einem zweiten Artikel über die den Juden in Preußen angeblich einzuräumenden Eorporationsrechte geschichtlich nach, wie die vor beinahe 1500 Jahren den Juden, ebenfalls gegen ihren Wunsch und Willen auferlegte Ausschließung von Kriegsdiensten eine der Hauvtguellen der Nebel wurden, die sic durch das Mittelalter hindurch erlitten hadert. Wir kommen vielleicht später ausführlich hierauf zurück. Empfehlenswerthe Schriften. Herrheimer, Sabbath- Fest- und Gelegenheits- Predigten. (Bernburg, bet Groning). Klarheit in der Aus sassung und Bearbeitung des Stoffes, gemüthliche Därme und vor Allem eine edle Popularität zeichnen diese Borträge auS. Besonders scheinen sie uns zum Vorlesen in solchen Gotteshäusern, welche sich noch keiner bomiletisch - gebildeten Rabbinen erfreuen, geeignet, und sollen zu diesem Behuse auch schon an mehreren Orten eingesübrt worden sein. Holdheim, über das Gebetbuch nach dem Gebrauche des neuen israelitischen Tempels in Ham bürg. (Daselbst bet Berendsohn.) Unstreitig neben der Schritt von Salomon die gediegenste, welche in dieser hochwichtigen Angelegenheit erschienen ist. Der Verfasser gebt besonders in das Prinzip des Hamburger Tempels ein, würdigt dasselbe sowohl voin rabbinischen Standpunkte aus, als im Lichte der neuen Zeit, und spricht dabei so viel Treffliches über das, was unserem Gottesdienste Roth thut, aus, daß seine Schrift schon deßhalb für Alle, denen die heilige Sache der Religion nicht gleichgültig ist, von hohem Interesse sein muß. Jolowiez, die fortschreitende Entwickelung der Cultur der Juden. (Berlin, Stuhrsche Buchhandlung). Läßt auch der Verfasser dieser kleinen Schrift in Hinsicht aur wissenschädliche Gediegenheit und Fluß der Rede noch Manches zu wünschen übrig, so bekundet er doch viel philosophischen Geist und namentlich eine gediegene durch die Hegelsche Philosophie hervorgerufene Auffassung der Religionsgeschichtc. Nicht minder ist seine freisinnige universelle Richtung achtenswerth, und die Kat»- gerne», unter welche er namentlich die EntwickelungSgeschichte des IudenthumS bringt, können durch weitere Ausführung und practische Anwendung ungemein fruchtbar gemacht werden. Angekommen: Gutmann, die Apokrvpben deS alten Testaments. Bekanntmachung. Dringende Bitte. Schon ein flüchtiger Blick in die beiliegende Subftripkions -Liste wird den Leser uberzeugen von welch' hoher Wichtigkeit das Erscheinen des Wbtalion, .Hefebuch für die israelitische fugend zur Weckung und Hebung religiöser Gefühle für die Gegenwart und Zukunft des Iudenrhums ist, wie dringend nothwendig dieses Buch in jeder israelitischen Familie wird, und welchen unermexlichen Nutzen dasselbe in den Händen der gesammten israelitischen Jugend stiften muß. — Um die Erreichung dieses Zweckes möglich zu machen, wird gewiß Jeder, dem diese Zeilen zu Gesicht kommen, und dem die wahrhaft religiöse Geillesrichtung der israelitischen Jugend am Herzen liegt, nach Kräften ein Werk zu fördern sich bestreben, welches die Jugend in der Religion der Vater erkrafligen soll und das daher nicht zahlreich genug verbreitet werden kann. Die^Hochwürdigen Herren Rabbinen und Prediger sowie die Herren Lehrer, Gemeinde-Vorsteher werden daher recht dringend ersucht, die beiliegende Subscriptions - Anzeige, durch den Gemeinde - Boten oder sonst einen verlassbaren Mann den fämmtlichen Gemeinde - Mitgliedern des betreffenden Orts zur Unterzeichnung vorlegen zu lassen und dann die Bestellung der nächsten Buchhandlung übergeben zu wollen, welche die Exemplare in kurzer Zeit zu dem angegebenen Preise portofrei besorgen wird.— Diele geringe Mühe wird durch den unberechenbaren Nutzen den die zahlreiche Verbreitung des Buches bewirken muß, reichlich belohnt werden; namentlich wenn man erwägt daß dadurch der höchst talentvolle Verfasser ermutl igt wird, auf der so glücklich begonnenen Bahn forlzuschreiteu und noch manches nützliche Werk zu liefr™*. Getrost können wir die Ueberzeugung aus sprechen, daß ein so wohlgelungenes Buch wie der Abtalion, das seine Aufgabe so treff. lich lvßt, des ganzen Beifalls sich erfreuen wird, den es so sehr verdient. Truck und Verlag vcn F -«ck-ufter in Hers seid.