Deborah
- Journal
- Deborah
- Volume
- 2 (1866)
- Issue
- Heft 7 (1.4.1866)
- Date
- 1866-04-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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— 78 — Bei Gelegenheit dieses Puterspruches nahm ich meine ganze psychologische Kenntniß zusammen, und doch will es mir nicht gelingen, unseren Rabbi zu begreifen. Er sieht doch mit jedem Jahre eine Anzahl seiner Schüler die „ckesebidab" mit dem Gymauf Berechtigung, noch weniger auf praktische Anwendbarkeit haben. Noch mehr, seine Grundsätze stehen im Dementi mit seiner eigenen Person, denn selbst die Preßburger Gemeinde fand die Logik, der Wissenschaft Thor und Thür zu versperren? Doch logisch denken und handeln ist ja ganz eigentlich Wissenschaft, somit muß der Logik ins Gesicht geschlagen werden, und „non das Verhören, ich werde ja ein großes Licht Israels werden. (Fortsetzung folgt.) Der lrhte Sprosse Carl Wetzlar, der während der Bedrängnisse, welche der siebenjährige Krieg geschaffen, eine große Rolle in Wien gespielt hatte. Seine Zeitgenoffen kannten ihn unter dem Namen: der Mystik einweihte. In einer Nacht starb plötzlich der Kabalist obdachlos umher, da begegnete er einem Kapuziner, Namens Joseph, dem er seine bittere Noth klagte. Der fromme Mönch nahm das Kind mit sich ins Kloster, woselbst dasselbe längere waren vergebens. Unter den wenigen Habseligkeiten, die Wetzlar im Kloster zurückgelaffen hatte, befand sich auch jene geheimnißdes Millionar-Iuden. volle Pergamentrolle, welche jedoch, da sie in kabalistischen Zeichen abgefaßt war, den Mönchen unverständlich war. Jahre verginwar erschienen, da läutete in einer Nacht ein fremder Mann an der Klosterpforte, diese ward aufgethan, und der Fremde gab sich dem Guardian als der entflohene Knabe Carl zu erkennen, .sen Vorbereitung dienen sollte; am dritten Tage, als er zur Kirche gehen sollte, um die Weihe des Christenthums zm empfangen, war er wieder entflohen. Die Zuflucht ins Kloster'war nur die er zur Schau trug, allgemeines Aufsehen erregte. Es war in der Zeit der höchsten Noth des Staates, das Gold war dazumal sehr selten, und demungeachtet schien die Goldquelle jenes Mannes nicht zu versiegen. Minister Kaunitz hatte mit dem Manne, der sich Wetzlar nannte, eine Unterredung und dieser ließ sich herbei, dem bedrängten Staate allsogleich 500.000 Ducaten vorzustrecken. Bald verband sich Wetzlar mit dem Gemahl der Kaiserin Maria The- Reichthümer als aus dem Bündnisse mit dem Bösen herrührend darzustellen, doch dieses Mittel verfing nicht mehr; er starb reich und angesehen, allgemein geachtet, als Freiherr, vom Volke auch der Millionen-Jude genannt, im Jahre 1799. (Fr. Bl.) In Gemeinde-Angelegenheiten. heißt es da — „es scheint beinahe so — sichtlich beeilt, Dr. Güdemann zu acquiriren. Und er ist — das muß Freund und (Fortsetzung in der Beilage.) Eigenthümer, Herausgeber und verantwortlicher Redacteur Isaak Bloch. — Druck von A. della Torrein Wien. AM" Mit einer Beilage.