Deborah
- Journal
- Deborah
- Volume
- 2 (1866)
- Issue
- Heft 5 (1.3.1866)
- Date
- 1866-03-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2566634-2566635-2566637--27-2566684- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 58 Sonntag gehalten, und wie ist das zu beweisen? 7. Mit welchen Rechten, aus welchen Gründen wird der Sabbath nicht heilig gehalten, was spricht für den Sonntag? Robert Cox hat, wie gesagt, eine förmliche Revolution angezettelt, alle Welt spricht von dem großen kühnen Neforma- Frage eben so zu Ehren kommen, wie in der Trichinenfrage. Am 13. v. M. wurde von dem englischen Minister des Innern (Staatssecretär) Sir G. Grey im Unterhause ein Gesetzentwurf eingebracht in Betreff des Eides, den die Parlamentswelcher die Worte Vorkommen: „auf den wahren Glauben eines Christen". Diese Stelle hatte bisher die Wirkung, die Juden vom Parlamente auszuschließem Die Regierung beabsichtigt nun, den Protestantischen und katholischen Eid in Eine Formel zu verschmelzen, so wie einige für Katholiken anstößige Worte nebst der Anspielung auf den Prätendenten, dessen sämmtliche Nachkömmlinge längst verstorben sind, aus der Eidesformel wegzulaflen. Ja, die Regierung geht noch einen Schritt weiter und will die neue Eidesformel auch dem mosaischen Glauben anpassen. Der Minister äußerte sich hierüber wörtlich wie folgt: „Was die Bekenner des jüdischen Glaubens betrifft, welche hier ihren Sitz haben, nicht nach strengem Recht, sondern aus Duldung, so glaube ich, es sollte dem Gesetzentwurf eine Bestimmung hinsichtlich ihrer Zulassung in das Parlament angefügt werden. Sie sitzen sein, zu sagen, daß ihre gesetzlich ausgesprochene Zulassung in das Parlament die Krone, Kirche oder Verfassung in Gefahr bringen könnte. Es befinden sich unter ihnen Männer von großer hastig werden sollten, welche die Anhänger anderer Glaubensbekenntnisse genießen. Indem Sie die Maßregel genehmigen, die ich Vorschläge, werden Sie aussprechen, daß jedes Mitglied, ohne seinen Sitz einzunehmen. Ich bringe nun einen sehr kurzen Gesetzentwurf ein, der blos die Bestimmung enthält, daß der Eid, den die Mitglieder dieses Hauses abzulegen haben, folgendermaßen lauten soll: „Ich N. N. schwöre wahre Unterthanentreue der Königin Victoria und schwöre, sie zu vertheidigen mit aller meiner Macht, gegen alle Verschwörungen und Anschläge auf ihre Person, ihre Krone und ihre Würde." Das Haus gestattete die Einbringung des Gesetzentwurfes und dessen erste Lesung. Bei dieser Gelegenheit bringen wir, was der „Neuen freien Presse" früher berichtet ward: Am 8. November, als der neue Lordmayor nach erfolgter ceremoniöser Jnstallirung für den auf seine Gesundheit ausgebrachten Trinkspruch dankte, rief er aus: „Ich bin vor Allem ein Bürger, und stolz bin ich, daß meine Mitbürger mich dieser ehrenvollen und ausgezeichneten Stellung für würdig hielten. Ich betrachte diese Municipalität als einen der großen Marksteine in der Geschichte unseres Landes, und ich vertraue darauf, daß der Tag nicht so bald kommen wird, wo irgend Jemand es wagen wollte, diesen Markstein zu entfernen!" Das war brav gesprochen. Auch die folgenden Worte, worin der neue Lordmayor das Versprechen leistete, nach Kräften einen guten Eindruck. Herr Philipps ist Israelit seines Glaubens. Die gesellschaftlichen Vorurtheile. die in England sonst noch gegenüber Israeliten herrschen, sind natürlich in der City mayor den herkömmlichen Eid zu leisten daß er „nichts thun wolle, was die Protestantische Kirche des Landes schädigen könne". Beim Nachsprechen dieses Schwures zitterte die Stimme des Mayors vor Bewegung, als er an das Wort „protestantische Kirche" kam. Es ist keine Gefahr vorhanden, daß er dieselbe schädigt. Seine innere Bewegung erklärt sich aus dem Gefühl, das ihn überkommen mochte, daß er. das Mitglied einer ehemals vielverfolgten Race, in eine Stellung erhoben worden, die ihm einen solchen Eid auferlegt! Arnold Hilberg's Verlag in Wien. Polnische Juden. Geschichten und Bilder von Leo Härzbcrg-Krankel. 8. Ein Band von 20 Bogen, Velinpapier, eleganteste Ausstattung. Preis: 1 fl. 50 kr. österr. Währ. Me Buchhandlungen nehmen Bestellungen entgegen. Für Lehrer. 1^' Thaler.' 80 kr. o. W., für Deutschland ganzjährig Zeitungs-Inserate werden in Wlätter aller Länder durch die Expedition für Zeitungs-Annoncen von Hänfenstem K Vogler in Wien (^ou-eiiso), Lässig 70 unä kuris, Zeitungsverzeichnisse gratis und franco. Zur Anfertigung von soliden und schönen Gold- und Silberstickereien für israelitische Kultuszwecke empfiehlt sich die /jls il l M 1» i in WiSN, Kunstaustalt für Stickerei und Weberei des r L VA c n l Neubau, Dreilauferg asse Nr. 3, welche sowohl durch ihre oftmalige Ausstellung im k. k. Museum durch viele, stets zur Einsicht bereit liegende Original-Anerkennungsschreiben, als auch in jüngster Zeit durch die ehrenvollen Erfolge, welche deren Leistungen bei der Dubliner internationalen Ausstellung errungen haben, die genügendste Garantie für eben so reelle als künstlerisch ausgeführte Effectuirung der ihr anvertrauten Bestellungen bietet. Skizzen und Stickereiproben für Paroches, Thoramäntelchcn sammt Wickeln, Chuppas, Kanzelborduren, Altardecken re. re., dem älteren und neueren Ritus entsprechend, liegen in der Anstalt zur Einsicht auf, und werden hievon Abrisse auf Verlangen zugesendet. xZp» Indem Nachdem wir bemerken, daß Frei-Exemplare nur an Mitarbeiter und im Tausche versendet werden, ersuchen wir die Abonnenten, die fehlenden Nummern reclamiren zu wollen.