Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 57 (1901)
- Issue
- 12 (1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. Wr. 12. — 57. Jahrgang. — 1901, Inhalt: Adam und Christus. — Lin Wort an Israel. — Lin verlassener Brudeistamm. — Aus Abessinien. — August cherrmann. — tuther über die Reformation. — Zum Nachdenken. — Im Sterben. - Treffende Antworten. — Kleine Missionszeitung. — Der heutige S^nagogengesang. -- Zu gefälliger Beachtung. Adam und Christus. Lin König war der erste Mensch, geschmückt MitKrone, Purpur, Szepter. Als er aber In Ungehorsam stet, da sank die Krone vom Haupt ihm, von den Schultern glitt der Purpur, Die Hand verlor das Szepter. Wo die Krone Ihm abgefallen war, da starrten Dornen Entgegen ihm, es hatte in ein Rohr Das Szepter sich verwandelt und der Purpur In ein unschönes, altes, rotes Kleid. Zur Erde neigte Adam nun sein Antlitz, Um die entschwund'ne Königskrone klagend. Als er die Augen wieder aufhob, stand Ein Mann vor ihm, der hatte ein Gestecht Der Dornen auf dem Haupt, auf seiner Schulter Das alte Kleid, in seiner Hand das Rohr. „wer bist du?" fragte Adam voll Erstaunen Den Fremdling. Dieser sprach: „Ich bin dein König, ® Adam, und dein Mittler. In das Los, Das du dir selbst bereitet, trat ich ein, Um dir zurückzugeben das verlor'ne. Die Schätze, die du eingebüßet, sollen Durch mich dir wiederum zu eigen werden. Ich will dich aus dem Sklavenstand der Sünde Zu neuer Königsherrlichkeit erheben." Da schaute hoffnungsvoll der erste Mensch Ins Dunkel der zukünftigen Zeit hinein, Gewiß, daß vor dem Sonnenlicht der Gnade, Die größer ist als auch die größte Sünde, Doch endlich alles Dunkel weichen werde. Cm Wort an Israel. von Rabbiner I. Lichtenstein in Bndaxest. Teure Brüder! wir stehen mitten in der christlichen Welt, sind zerstreut unter den Völkern, die zu dem Gott Israels in Christo sich bekennen, wir wandeln, ob wir's anerkennen öden nicht, in dem Lichte, das von Christo her über die Welt gekommen, und genießen mit von den Früchten seiner heilbringenden Erscheinung, wie lange noch wollen wir starr und kalt bleiben, verschlossen und ablehnend uns verhalten gegen den, der die Arone Israels ist, in dem Gesetz und Propheten ihre Erfüllung und Vollendung haben? wir wohnen nicht mehr im Ghetto, abgesperrt und abgepfercht. Unsere bürgerliche Ungleichheit und politische Rechtlosigkeit hat in fast allen Ländern aufgehärt. wir nehmen teil an allen geistigen Gütern unserer Kgl.Bibliothsk 15. x. 01