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Dibre Emeth · 1901-01-01 · 9 (1901) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
57 (1901)
Issue
9 (1901)
Date
1901-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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71 Geistes von hinnen scheiden! Solange ich tm Geiste bleibe und der Geist in mir bleibt, kann mir ja kein Feind etwas anhaben. Darum laß inich festhalten an meinem Erlöser, der der Geist ist! All ihm haben's die Apostel gelernt, was es heißt: im Geiste wandeln. An ihm möchte auch ich es immer mehr lernen, präge mir, o Vater im Himmel, sein Bild tief in die Seele! Ja, laß ihn in mir Gestalt gewinnen, daß ich je mehr und mehr ein Geistesmensch werde! Amen. e. Lieber Vater! Durch Deinen Geist hast Du in unsere Herzen die Liebe zu Dir und zu unfern Mitmenschen ausgegossen. Insonderheit fühlen wir uns durch Deinen Geist getrieben, die zu lieben, die mit uns denselben teuren Glauben empfangen haben, wir sind ja durch Linen Geist alle zu Einem Leibe geworden. Aus vielen lebendigen Bausteinen hast Du Linen geistlichen Tempel erbaut. So empfehlen wir Dir denn alle unsere Milchristen an. Namentlich bitten wir Dich heute für die, die mit uns eins geworden sind, betend Deinem Throne nahen, hilf ihnen wie uns selbst in aller äußern und innern Not! Erhalte uns durch Deinen Geist nicht nur in Verbindung mit einander, sondern vor allem in Gemeinschaft mit Christo, unserm Erlöser! Laß uns an dem Geiste, den Du uns gegeben hast, erkennen, daß Du in uns bleibest! Laß Deinen Geist in uns allen wohnen und kräftiglich wirken, daß wir nicht fleischlich, sondern geistlich seien! Laß uns immerdar auf den Geist säen, daß wir vom Geist das ewige Leben ernten! Amen. 2. Am Montag, a. Herr Gott, himmlischer Vater! heute beginne ich wieder die Arbeiten meines irdischen Berufs. Segne mich bei allem, was ich vornehme, daß es zu Deiner Ehre, zum heil meiner eigenen Seele und zum Segen für meine Mitmenschen gereiche! Ich bedarf Deines Geistes, um mich als Dein Kind zu erweisen. O, gieb ihn mir auch heute! Menschliche Väter versagen ihren Kindern die ihnen notwendigen Güter nicht. So bin ich dessen gewiß, daß Du mir Deinen heiligen Geist nicht vorenthalten werdest, wenn ich Dich im Namen Deines Sohnes, der ihn auch für mich durch sein Todesleiden erworben hat, darum bitte. Amen. b. Herr, mein Gott! wie der wind, so weht Dein Geist, wo er will, nicht, wo wir wollen. Darum kann ich ihn mir nicht erzwingen, nicht durch Geld erkaufen, nicht durch Werke verdienen. Aber Du kannst, ja, Du willst und wirst ihn mir schenken. So laß ihn mich denn hinnehmen, wie die ersten Bekenner unseres Glaubens ihn empfangen durften! Pflanze in mein Inneres diesen edlen Baum mit all' seinen köstlichen Früchten! Dein Wort nennt sie: Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glauben, Sanftmut, Keuschheit. Erhöre mein Flehen um IEsu Lhristi willen! Amen. 3. Am Dienstag, a. Herr, mein Gott! In der Stiftshütte und im Tempel des alten Bundes strahlte einst von dem siebenarmigen Leuchter Helles Licht aus. In der Gemeinde Deines Sohnes ist der heilige Geist ein solches siebenfältiges Licht. In der Linen großen Gabe teilst Du uns eine reiche Fülle himmlischer Güter mit. Schenke mir diese Geistesfülle! Schenke sie auch den Meinigen! wie Kornelius mit seinen,,Hausgenossen durch Deinen Geist erfaßt wurde, so laß denselben auch auf mein Haus fallen! Gieb, daß kein Glied meiner Familie dem Wirken Deines Geistes widerstrebe, ihn betrübe oder gar lästere! Ach, solche Geisteslästerung ist ja die Sünde, die nicht vergeben wird! Laß vielmehr uns alle taugliche Geftße zur Aufnahme des himmlischen Schatzes werden! Offenbare Dich uns und dann durch uns auch andern in der Mannigfaltigkeit Deiner Geistesgaben! Amen. b. Vater im Himmel! Der natürliche Mensch vernimmt nicht, was vom Geiste Gottes ist. Ls ist ihm eine Thorheil und kann es nicht erkennen, weil es im Licht des Geistes beurteilt werden muß. was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch. Darum laß uns und die Unserigen, ja, alle Einwohner unseres Landes die Geburt aus dem Geist erlangen, daß wir Geist werden und als Geistesmenschen urteilen und leben! Amen. (Schluß folgt.) Monat und Dogmen. Lin Kaufmann erklärte dem verstorbenen V. Max Frommel: „von der christlichen Sittenlehre halte ich sehr viel, aber die theologischen Glaubenssätze kann ich entbehren." Frommel machte ihn nun darauf aufmerksam, daß in seinen Rechnnngsbüchern die Ausgabe nie die Einnahme übersteigen dürfe, da sonst ein

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