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Dibre Emeth · 1900-01-01 · 3 (1900) · page 8

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Journal
Dibre Emeth
Volume
56 (1900)
Issue
3 (1900)
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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24 Aus der jüdischen Presse. Der denkende Jude weiß, daß er nicht als vollwichtiger Amerikaner angesehen wird, daß er in gesellschaftlicher Beziehung nicht als ebenbürtig gilt. In den Klubs, Hotels, Sommerfrischen, wo sich die vornehme Gesellschaft Rendezvous giebt, will man ihn nicht haben. Hebrew custom not sollicited. Der Patriotismus der amerikanischen Juden beruht also auf der soliden Basis, daß man mit der öffentlichen Wohlfahrt die eigene fördert. (A. Z. d. I. ^699, Nr. 6.) — Ls scheint, daß wir Juden in Österreich uns wirklich nicht fürchten, denn wir schlafen sehr fest, wir ergötzen uns an den Konzertstücken, welche unsere Kantoren aufführen. Alle diese schönen Lieder werden nicht imstande sein, das Judentum zu erwecken; sie scheinen uns vielmehr Grabgesänge zu sein, welche das Lnde verkünden. (Lbd. Nr. 8.) — Im Lastend von London wird es nicht leicht fein, den Missionsärzten entgegenzuarbeiten. Denn man mag über ihre Mission denken, wie man will: eine weiche Hand und eine weiche Stimme haben sie, und das thut einem armen Kranken wohler als glaubensgenössischer Hochmut. (Lbd. Nr. $.) — Man gebe uns nur völlige Gleichberechtigung, freies Spiel unserer Kräfte, und das Judentum wird zeigen, daß es sich vor der Konkurrenz anderer Religionen nicht zu fürchten hat. (Lbd. Nr. 27.) — Ls ist nicht zu leugnen, daß das alte System, jüdische Dörfer auf rein landwirtschaftlicher Basis anzulegen, sich in Amerika garnicht bewährt hat. Ls scheint das neue System, Landwirtschaft und Industrie zu vereinigen, sich besser zu bewähren. (Lbd. Nr. 30.) — wenn es gestattet wäre, einen Psalmvers zu parodieren (und selbst unsere rigorosen Alten haben sich ja solche Scherze gestattet), so könnte man ausrufen: „wo soll ich hingehen vor dem Berliner?" (Lbd. Nr. 34. Die Mißhandlung von Ps. ^39, 7—9, die sich der Redakteur hierzu Schulden kommen läßt, erregt hoffentlich auch den Zorn jüdischer Leser. Die mißbräuchliche Anwendung von Bibelworten gehört zu den unziemlichen Scherzen, vgl. Lph. 5, 4; Mat. ^2, 36.) — Unser Talmud lehrt nichts, was der Thora widerspricht, ja, er erhebt die Lehren der Bibel, er sublimiert sie. (Lbd. Nr. 42. Gegen Mat. js, 3—9.) — wer mit der ehrlichen Überzeugung, ein gläubiger Lhrist zu sein, Übertritt, der bleibt in unfern Augen ein achtenswerter Mann, der nur seinem Gewissen und keinen äußerlichen Rücksichten folgt, wenn auch sein Gewissen einen wesentlich von dem unserigen verschiedenen Inhalt hat. Mag ec glücklich sein in dem neuen Glauben. Ist dies aber nicht der Lall, so kann ein solcher Übertritt aus unlauteren Motiven nicht scharf genug verurteilt werden. (Lbd. Nr. 44.) — Die Misssonsausgaben (der Bibe!) wimmeln bekanntlich von tendenziösen Textfälschungen und dem entsprechenden Übersetzungen. (Lbd. Lin Protest des Herausgebers der D. E. gegen diese Beschuldigung wurde in Nr. 47 abgedruckt.) — Mir scheint, wir sind so verwundet, wie der alte Jesaia sagt, von der Fußsohle bis zum Scheitel, daß dir, altes Judentum, kein „verband" mehr nützt. Du mußt eine Radikalkur durchmachen. Sieh dich nach sehr tüchtigen Heilkünstlern um, deine alten Ärzte haben dich dem Tode nahe gebracht. (Lbd. Nr. ^8. vgl.? Joh. 3, 3- 5. 7.) — In der englischen Mission zu Marokko hielt man einem Kranken eine Bibel vor, mit dem Bemerken, daß seine Aufnabme nur dann stattsinden könne, wenn er sich zum Lhristentum bekehre. (Lbd. Nr. 5\. Diese Behauptung trägt für jeden Kundigen den Stempel der Lüge. Der Erzähler, der angeblich noch weitere ähnliche.Geschichten aus der Mission anführen kann, führt mit ihnen nur seine Leser an.) Empfangsbescheinigung: %. S. L.-G. 0,80. Frl. M.-L., Frl. B.-Br., Frl. K.-Schr. %. R. M-H. je 1 Hr.'Sup. H.-L. 2. Hr. P. V.-Kl. S. 2,40. Fr. L. D.-H., Frl. B.- Gn., 6r. M.-A., Hr. P. Fl.-N., N. N. (Berl. W. 62) je 3. Hr. w.-w. 4. Hr. 1>. K.-A. 11. Fr. 11T. R.-Pl. je 5. Hr. P. M.-w. 6.77. Fam. B.-M. u. Schw. I. W.-A. je 8. Frl. L. W.-A. n uo+2+2). Fr. M.-Br. 3^0. Hr. Miss. Fl.-K. 40. herzlichen Dank! Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße *5. Verlag: Goßnersche Missionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. Jahrespreis: 60 Pf. Druck von 3. rvindolff, Berlin S.W., Lharlottenstraße 88.

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