Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 54 (1898)
- Issue
- 11 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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88 durch sein Räuchermerk der Seuche Einhalt m thun, nimm unser Gebet statt des Opfers an! HLrr, der durch die GottesmLnner Elia und Elisa dein Tode seine Gpfer entrissen hat, der Du die Macht besitzest, zu töten und lebendig zu machen, wenn es Deine Weisheit für gut befindet, unfern krankem Bruder dem Leben wiederzugeben, so kannst und wirst Du es thun in Deinem Erbarmen." Das letzte hebräische Wort (B’ Hachau)im) wird von allen wiederholt. Dann fahren die Vorbeter fort: „HErr, in dessen Hand die Seele alles Lebenden ist und der Geist im Fleisch jedes Mannes, wenn es in Deinem unerforschlichen Ratschluß beschlossen ist, unfern Bruder zu Dir zu nehmen, so erleichtere ihm das Scheiden im Kerzen und im Fleische! Nimm ihn zu Dir mit sanftem Ruß, wie Du Mose und Aaron in die Ewigkeit geführt hast! Laß ihn erkennen, daß es ihm beschieden ist, sich zu erfreuen an der Freudenfülle vor Deinem Angesicht, sich zu erfreuen an der Seligkeit, die in Deiner Rechten ist ewiglich! handle mit ihm wie mit Henoch, von dem es heißt: „Er wandelte mit Gott, und er war nicht mehr!" Thue es in Deiner Barmherzigkeit!" wieder antwortet der Ehor: „B'Hachamim", und noch einmal spricht er: „B’Rachamim! Hierauf folgt das dritte Gebet: ,,HErr, HLrr, der Du bist langmütig, voll Huld und Treue! Du weißt, daß kein Mensch gerecht ist auf Erden, der nur Gutes thäte und nicht sündigte. Blicke gnädig auf die guten Werke, die unser sterbender Bruder während seines Lebens gethan hat! Laß seine Sünden von ihnen aufgewogen werden! Mögen alle, die er nicht bereut und gebüßt hat, um der Leiden des Todes willen ihm verziehen werden. Richter der ganzen Erde! Richte ihn nicht mit der Strenge Deines strafenden Zornes, sondern mit Deiner unendlichen Barmherzigkeit in Barmherzigkeit!" „B’Rachamim," antwortet der Ehor jetzt dreimal. Endlich ertönt das vierte Gebet. Der Schöpfer des Alls wird gebeten: ,,Laß unfern sterbenden Bruder nahe bleiben denen, die ihn lieben! Laß ihn an Deinem Throne einen Fürsprecher sein für die Rinder . . , für alle, mit denen er verbunden war! . . Laß ihn unfern Fürsprecher sein . .! Gewähre, daß unser Bruder . . aus Deinem Gericht hervorgehe zu einem Leben ewiger Seligkeit in Deinem Erbarmen, B’Bachamim. Amen." Der Ehor schließt mit viermaliger Wiederholung des „B’Bachamim." Im Augenblick des Todes sprechen alle das Bekenntnis der Synagoge: ,,8ch'ma Jisrael." Nach dem Eintritt des Todes ruft man: „Gehe, denn der HErr heißt Dich ziehen!" wie jeder Renner der heiligen Schrift merkt, können nicht alle Wendungen dieser Sterbegebete vor dem Richterstuhl der Bibel bestehen. Aus dem jüdischen Kalender. Die Juden teilen die Stunde in ^080, den Tag in 25920 Zeitteile ein. Die letztere Zahl entspricht ungefähr derjenigen der täglichen Atemzüge eines gesunden erwachsenen Menschen und ist zugleich nach jüdischer Rechnung die Zahl der Lebenstage bei einer 70 jährigen Lebensdauer. Die monatliche Umlaufszeit des Mondes wird im Talmud auf 29 Tage 12 Stunden und Stunden oder 793 Lhalakim (; Lhelek — Vis Minute) angegeben. Da nun Stunden Stunden oder Minuten und da —^ Stunden — 5,3 . . . Sekunden sind, so stimmt die talmudische Berechnung fast genau mit derjenigen überein, die sich in Schuberts Lehrbuch der Sternkunde findet Hier beträgt die Sekundenzahl weniger, also 2,9. — Der in den Monat Tischri fallende Neujahrstag darf weder ein Sonntag noch ein Mittwoch noch ein Freitag sein d>^). Er wird auf den folgenden Tag verschoben, wenn an diesen Tagen der Molad Tischri eintritt, d. h. der Zeitpunkt, wo der Mond bei seinem Umlauf um die Erde zwischen diese und die Sonne tritt (Neumond). Der erste Tag des Passahfestes im Monat Nisan darf nie auf einen Montag, Mittwoch oder Freitag fallen (V‘"Q &?)• Hiernach wird der erste Tag des Nisan bestimmt. Daß zur Zeit IEsu diese Regel noch nicht bestand, beweisen das N. T. und der Talmud. — Das jüdische Gemeinjahr zählt 35^, sein erster Monat stets 30, die folgenden abwechselnd 29 und 30 Tage. In dem gegenwärtigen mangelhaften Jahr von 353 Tagen (5659 n. L. d. W.) verliert der 30tägige Monat Rislew den letzten Tag. Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße I3. Verlag: Goßnersche Missionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. Iahrespreis: 80 Pf. Druck von I. Windolff, Berlin S.W., (Lharlottenstraße 88.