Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 43 (1887)
- Issue
- 11 (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Missionars. Des bewährten Missionsgehilfen Bloch in Rotterdam gedenkt ein berühmter reformierter Pastor, vr. van Ronkel zu Leiden, ein Judenchrist, in seiner kürzlich erschienenen Selbstbiographie „Vom Judentum zu Christo" mit ehrenden Worten. Als Ronkel, der jetzt 25 Jahre lang im geistlichen Amt steht, als jüdischer Student der Universität Gröningen aus dem Munde Blochs die Heilsbotschaft vernahm, wies er den Christen derbe ab. Solche Erfahrungen macht ja jeder Missionar. Bloch hat sich dadurch nie entmutigen lassen. — Von den Arbeitsfeldern in Deutschland ist Breslau das älteste. Seit 1823 arbeiteten hier die Missionare Smith, Laurence, Ayerst, Deutsch, Neumann (Professor an der Universität), Hartmann u. a. Vgl. „Dibre Emeth" 1887 S. 24. 1825 wurden Hamburg und Posen, 1826 Straßburg i. E., 1827 Königsberg, 1829 Frankfurt a. M., 1832 Berlin, 1841 Danzig, 1874 Kornthal, 1876 Köln besetzt. In Posen vereinigte sich schon 1822 eine Anzahl ernster Christen unter dem Fürsten Radziwill zur Fürbitte und Arbeit für Israel. 1824 wandte sich dieser Kreis durch Vermittlung von Prof. Tholuck an die Londoner Gesellschaft mit der Bitte um einen Missionar. 1825 trafen zwei Agenten, Bergfeld und Wermelskirch, hier ein. In der ref. Kirche wurden Missionsgottesdienste eingerichtet. 1826 übernahm Missionar Hartmann die Leitung der Missionsschulen. Letztere gingen in der Folgezeit leider wieder ein. Aber die Arbeit in Stadt und Land blieb nicht vergeblich. Der erste protestantische Bischof von Jerusalem, Or. Alexander, war ein Proselyt aus der Provinz Posen. Der seit Oktober 1885 in Posen wirkende Missionar Lotka studierte hier 1860 die rabbinische Theologie. Die jüdische Bevölkerung der Provinzialhauptstadt beträgt jetzt nur noch 6677 Seelen, 1846 belief sie sich auf 12000, und doch zählt die Stadt jetzt 68318 Einwohner gegen 45000 im Jahre 1846. Auch über die Geschichte der Straßburger Station verbreitet sich der Jahresbericht ausführlich. Der erste Missionar hieß Banga. 1828 kam Oster, der die „Nethiboth Olam" ins Französische übersetzte. 1832 sandte die Gesellschaft den Missionar Hausmeister hierher, der 1835 zur Begründung der „Gesellschaft der Freunde Israels" beitrug. 1877 wurde Missionar Pick angestellt. In den letzten 50 Jahren traten ungefähr 70 Israeliten in Straßburg zur christlichen Kirche über. In diesem Zeitraum gab die ebengenannte Gesellschaft für Proselytenpflege etwa 100 000 Mk. aus. Die größte Zahl der Übertritte weist für 1886 Berlin auf. Prof. Cassel taufte hier 22 Israeliten. Von den 31 Insassen des Proselytenheims zu Wandsbeck bei Hamburg wurden drei in die christliche Kirche ausgenommen. — Für Österreich-Ungarn sind in Lemberg (1869 durch Missionar