Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 42 (1886)
- Issue
- 11 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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derselben, und ein Arbeiter der Bibelgesellschaft beschenkte ihn mit einer Bibel. Der Verbannte las beide Bücher, mit großer Aufmerksamkeit. Jetzt lernte er das rechte Christentum kennen und lieben. Der Sünderheiland wurde auch der seinige. Die Anrufung Jesu begleitete ihn in seine letzten Lebensstunden. Doch auch schon früher hörte man wiederholentlich von ihm Äußerungen der Ehrerbietung vor diesem heiligen Namen. So sagte er einst zu dem Grafen von Montholon: „Ich kenne die Menschen, und ich sage Ihnen, daß Jesus kein Mensch ist! Seine Religion ist ein Geheimnis, das für sich allein dasteht, und das von einer Einsicht herrührt, die keine menschliche Einsicht ist. Es findet sich da eine tiefe Eigentümlichkeit, welche eine Reihe von früher unbekannten Worten und Grundsätzen geschaffen hat. Jesus entlehnt durchaus nichts von unseren Wissenschaften. Man findet durchaus nur in ihm selber das Beispiel oder die Nachahmung seines Lebens. Er ist auch kein Philosoph, denn seine Beweisgründe sind Wunder, und von Anfang an haben ihn seine Jünger angebetet. — In der That, die Wissenschaft und die Philosophie führen nicht zur Seligkeit, und Jesus allein ist in die Welt gekommen, um die Geheimnisse des Himmels und die Gesetze des Geistes zu offenbaren. Alexander, Cäsar, Karl der Große und ich haben große Reiche gegründet; aber worauf haben wir die Schöpfungen unseres Genies gestützt? Auf die Gewalt! Jesus allein hat sein Reich auf die Liebe gegründet, und heute noch würden Millionen Menschen für ihn sterben. Es ist weder ein Tag noch eine Schlacht, welche der christlichen Religion in der Welt den Sieg verschafft haben. Nein, ein Krieg ist's, ein langer Krieg dreier Jahrhunderte, begonnen durch die Apostel und fortgeführt-durch ihre Nachfolger und die Nut nachkommender christlicher Generationen. In diesem Kriege stehen alle Könige und alle Mächte der Erde auf der einen Seite; auf der anderen sehe ich keine Armee, sondern eine geheimnisvolle Kraft einiger Menschen, die hie und da in alle Teile der Erde ausgestreut sind, und die kein anderes Bundeszeichen haben, als den gemeinsamen Glauben an die Geheimnisse des Kreuzes." Noch eingehender sprach sich Napoleon gegen den General Bertrand über seine neugewonnene Stellung zu Christo und zur christlichen Religion aus. In den Memoiren dieses seines treuen Gefährten (Paris, 1844) liest man folgende Worte des Kaisers: „Es ist wahr, Christus mutet unserem Glauben eine Reihe von Geheimnissen zu. Er befiehlt uns gebieterisch, daran zu glauben, ohne andere Gründe, als das schauerliche Wort: „Ich bin Gott!" Ohne Zweifel gehört Glaube dazu, diesem Satze beizupflichten, von