Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 41 (1885)
- Issue
- 12 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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90 unterrichtet worden sind? Die Forderungen Gottes stehen ja atte in enger Verbindung mit einander und können nicht von einander getrennt werden, da das eine Gott nicht wohlgefällig ist ohne das andere, ja das eine ungerecht in seinen Augen ist, wenn es von dem andern geschieden ist. Der allein, welcher sie alle zusammen lernt und thut, kommt dem Gebote seines Gottes vollkommen Nach. Denn wie kann der den Vater der Erbarmung recht anbeten, der weder ihn zu lieben versteht, noch seine Vorschriften zu beobachten, noch seinem Nächsten zu wünschen, was er sich selbst wünscht, der mit den Dingen, welche zur Sünde verleiten, unbekannt ist und also vor denselben nicht auf seiner Hut sein, noch seine begangene Sünde vor dem gerechten Weltenrichter bekennen kann? Ja, noch mehr! Wie soll er seine Hände und Augen gegen Gott aufheben, um Gnade, Gunst und Erbarmen zu suchen, wenn er dem Worte des guten und wohlthätigen Gottes keinen Glauben beimißt, der da sagt, daß er nahe sei allen, die ihn in Wahrheit anrufen, und daß er die erlöse, welche das Ende seines Heils erwarten durch den Messias, unfern Erlöser? Ferner, da die Menschen nur dann erhört werden, wenn sie gemäß dem beten, was sie Gott gelehrt hat, nicht aber, wenn sie alles beten, was ihnen in den Sinn kommen mag, so sollte die Jugend die göttliche Vorschrift für Betende lernen, damit ihre Gebete von Gott gehört, erhört werden. Endlich, was nützt es, unsere Kinder zu unterrichten, wie sie ihre Lippen bewegen, ihre Hände aufheben und ihre Stimme im Gebet hören lassen sollen, während sie von dem Bunde nichts wissen, den ihr Gott mit ihnen errichtet, noch von dem Gesetze, das er ihnen gegeben, noch von den Bundeszeichen, welche er, um seine Zusage in ihren Herzen zu bestätigen, unter ihnen eingesetzt hat? Warum denn wollt ihr hierinnen lässig sein? Warum wollt ihr nicht aufschauen zu dem Felsen, aus dem ihr gehauen seid, noch betrachten, was unser Stammvater Abraham für seine Nachkommen, unsere Voreltern, gethan hat? Wie geschrieben steht: „Denn ich kenne ihn, daß er wird seinen Kindern befehlen und seinem Hause nach ihm, daß sie des Herrn Wege halten, Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit auszuüben." Und ist uns denn nicht gleichfalls anbefohlen: „Diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen, deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzest" u. s. w.? Sagte nicht der Prophet, daß sein Volk dahin sei aus Mangel an Erkenntnis, und daß Gott den verwerfe, der die Erkenntnis verwirft? Ja, unsere Voreltern gingen in die Gefangenschaft und erlitten unzählige Leiden und i