Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 9-10 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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139 Im Jahre 1872 ließ er eine Monatsschrift ausgehn, die den Titel: »The Hebrew - Christian Witness« (Das Zeugniß der Judenchristen) trug, die er mit Ausnahme eines Jahres, wo das Magazin herrenlos war, bis Ende 1877 fortsetzte. Wie man sich denken kann, waren die Mühen und Sorgen, welche ein solches Unternehmen mit sich brachte, außerordentliche; aber der Herausgeber war in seiner Thätigkeit unermüdlich. Was irgend die Sache fördern konnte, die seinem Herzen ganz besonders theuer war, war er zu thun bereit und scheute kein Opfer an Zeit, persönlichen Kosten und Ruhe. Jedoch hatte er auch guten Grund zu denken, daß seine Arbeit nicht vergeblich war in dem Herrn; denn ihm sind manche seiner Brüder aus dem Hause Israel bekannt geworden, die zu ihm unter Thränen sagten, daß sich »The Hebrew-Christian Witness« als einer der gewaltigsten Missionare unter den Juden erwiesen Hätte. Im Jahre 1877 fühlte er ein ernstes Verlangen nach einem Heim auf dem Lande. Das war bald gefunden. Die Pfarrei von Little-Linford in Buckinghamshire wurde ihm angeboten und angenommen. Hier nistete er unter Bäumen und war von seinen Lieblingsbüchern umgeben, während er an seiner kleinen Heerde, die sich sehr bald an ihren Pastor hing, ein immer wachsendes Interesse gewann, und lebte hier ein Leben, wie er es sich selbst vielleicht immer als das wünschenswertheste für seine abnehmenden Tage ausgemalt hatte. Wenige Worte, die ein junger Freund zu seinem Gedächtniß geschrieben hat, werden eine Vorstellung von dem geben, was ihm sein Heim war: »Ein ruhiger Hafen, dort vom Sturme wenige süße Jahre zu rasten, die den vollkommenen Frieden der lichten Wohnung vorschatteten, die Gott zubereitet«. Im Jahre 1878 hatte er das große Glück, das heilige Sakrament der Taufe an einem seiner Neffen zu vollziehen, dem Sohne seines Lieblingsbruders, der von frühester Jugend auf in den strengsten jüdischen Gebräuchen erzogen war. Dieser Neffe wurde 1880 als Theologie-Studirender in Cuddesdou ausgenommen und sollte demnächst ordiniert werden; sein größter Wunsch ist, besonders unter seinem eigenen Volke zu arbeiten. Dr. Margoliouth fühlte ein lebhaftes Interesse für eine Gesellschaft, die sich unter dem Namen »Parochialmission unter den Inden« bildete. Präsident derselben ist der Dekan von Lichsteld,