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Dibre Emeth · 1882-01-01 · 7-8 (1882) · page 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
38 (1882)
Issue
7-8 (1882)
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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124 Buch ein Buch für die Menschheit sei, daß sie darin hätte ihre Ideale finden, daraus geistiges Leben schöpfen können. Das moderne Judenthum hat zwar die tolle Behauptung ausgestellt, das jüdische Volk sei selbst durch seine Zerstreuung unter die Völker für diese zum Messias geworden, aber nichts beweist mehr den ungeheuren Größenwahn des »eueren JudenthumS als diese allen Thatsachen spottende Behauptung. Oder welches Volk wäre durch seine Juden geistig und sitttlich gehoben worden? Die jüdische Religion wurde auch nach Außen vollständig unwirksam und unfruchtbar, weil ihr im Innern die Seele durch den Talmud zugeschnürt war. Dadurch ist sie so kraftlos geworden und erstorben, daß sie keiner andern Religion mehr als Geistesmacht gegcnübertreten konnte. Darum nahm denn auch die jüdische Religion seither einen rein privaten Charakter an. Sic beschränkte sich gänzlich auf Schule und Haus, sie war keine öffentliche Religion mehr. Sie hatte keinen Einfluß, weil sie sich keines würdig machte und also auch keinen verdiente. Im Innern des jüdischen Volkes verdunkelte sich der Messiasgedauke immer mehr. Der berühmteste Rabbi des Mittelalters, Moses Maimonides, gestand es aber auch, warum man die Messiasfrage zu ersticken suchte: „Die Weisen haben verboten, die Zeit der Ankunft des Messias auszurechnen, weil das Volk ein Aergerniß daran nimmt, zu sehen, daß er nicht kommt, obgleich die Zeiten vorüber sind". Seit dem falschen Messias Sabbatai Zewi verlor aber der Messiasglaube überhaupt seine Kraft wenigstens unter den Juden Westeuropas, und in unserem Jahrhundert wurde der Glaube an einen persönlichen Messias vollends zu Grabe getragen: die natürliche Folge dessen, daß ihr Messiasgedanke zu einem Irrwahn herabgesunken war, den die Weltgeschichte längst überholt hatte. Aber freilich einzelne Juden haben das religiöse Leben ihrer Mitmenschen auch in der christlichen Zeit mächtig beeinflußt; doch ihre Einwirkung war keine segensreiche und bauende, sondern eine vielmehr verwirrende und auflösende; denn die Juden sind nach der Verwerfung Christi mit um so größerer Energie wider und gegen ihn und befördern die Auflösung seines Gottesreiches. Die Rolle der Juden seit ihrer Zerstreuung besteht darin, daß sie das

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