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Dibre Emeth · 1881-01-01 · 7-8 (1881) · page 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
37 (1881)
Issue
7-8 (1881)
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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Einquartierung. Unsere Frucht und unsere 10 Kühe wurden von denselben aufgczchrt. Nachdem alles verzehrt war, verlangten sie Geld. Da ich kcins hatte, haben sic mich mit Stricken gebunden (gefoltert). — Zuletzt, da sie sahen, daß ich nichts mehr zu gebe» Hütte, nahmen sie mir meinen Sohn und meine Tochter, welche nun den Soldaten dienen müssen, und ich alter Mann muß mich hier in der Heiden Land durchbettel»." Von einem andern wurde mir erzählt, er habe 30 Stück Rindvieh und viel Frucht gehabt und sei ein wohlhabender Mann gewesen, aber er habe 30 Soldaten die ganze Regenzeit im Quartier gehabt und außerdem 60 Thlr. Steuern zahlen sollen. Die Frucht wurde verzehrt, das Vieh geschlachtet, und da der Arme nicht hatte zu zahlen, wurde er mit Weib und Kind mißhandelt. Gebunden wurde er zum Ras Arai (Vetter des Königs) geführt. Als dieser hörte, daß er nichts mehr habe, sagte er: „Laßt ihn frei!" „Ja," sagten die Soldaten, „er hat noch unreife Frucht auf den Feldern." „Gut," sagte der ungerechte, unbarmherzige Arai, „die hütet, und wenn sic reif ist, nehmet sie. Er mag sehen, wo er etwas bekommt." Mit Tagesanbruch heute saß eine Abessinierin vor meiner Thür. Als ich frag: „Wer bist du und was willst du?" sagte sie mit zitternder Stimme: „Ich bin eine arme Mutter mit zwei kleinen hungernden Kindern aus Bclesa. Mein armer Mann ist in Folge grausamer Behandlung von des Königs Soldaten gestorben. Ich bin mit meinen Kindern hierher geflüchtet; ich glaubte mich hier besser ernähren zu könne» als in Abessinien, und nun bin ich in großer Roth und Armuth — erbarmen Sie sich über meine armen Waisen." Die 5 Mark von Frau Balz sandte ich einer armen Wittwe, einer getauften Falascha, die fünf Kinder hat und in gutem Rufe steht. Ich that noch 15 Mark dazu. Da die 600 Mark von Mrs. Potts zum Theil noch in Massua waren, konnte ich durch Gobau und David für die Armen unsrer Leute in Asseso, Dschenda und Dagusa 800 Mark senden. Gott segne die Geber und die Empfänger! Mein Kommen hierher war nicht ohne Segen, obgleich meines Herzens Sehnen und Verlangen mir nicht gewährt worden ist. Es ist mir doch, als sei es unmöglich, von hier abzureisen, ohne

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