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Dibre Emeth · 1881-01-01 · 5-6 (1881) · page 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
37 (1881)
Issue
5-6 (1881)
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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87 tiefte Ende eines frommen Proselyten mit, das wir als einen erquicklichen Beweis dafür, wie es doch in jeder Zeit aufrichtig bekehrte Juden gegeben hat, hier folgen lassen wollen. „In der Stadt (Berlin) erfuhr ich Folgendes von dem tödtlichen Hintritt des Proselyten G. aus der Relation der Wittwe desselben und eines Kaufmanns. Die Krankheit hat er von einem Ekel bekommen. Als am 19. Oktober, welches der Todestag gewesen, des Nachmittags um halb zwei Uhr der Kaufmann zu ihm gekommen, hat der Patient ihm entgegengerufen: „Weiß er was? ich sterbe!" Darauf ihm der Kaufmann geantwortet: Soll's zum Sterben gehn, Wollst Du bei mir stehn, Mich durch's Todcsthal begleiten Und zur Herrlichkeit bereiten; Daß ich einst mag sehn Mich zur Rechten stehn. Der Patient hat nochmals gesagt: „Ja, ich werde nun sterben!" Der Kaufmann aber hat ihn ermuntert aus dem 23. Psalm: „Und ob ich schon wanderte im finstern Thal, fürchte ich doch kein Unglück!" und hat mit ihm gebetet. Gegen 3 Uhr ist der Prediger gekommen, welchen er gebeten, daß er bis 7 Uhr bei ihm bleiben möge. Den Kaufmann hat er ersucht, so lange nach Hause zu gehn, aber alsdann wicderzukommen. Um 8 Uhr hat ihn noch ein anderer Prediger besucht, der aber nicht lange hat dableiben können. Der Kaufmann ist geblieben bis an das Ende, welches y4 auf 10 des Nachts erfolgt ist, hat mit ihm gebetet und ihm zugesprochen. Der Sterbende hat bis in den Tod den Gebrauch seines Verstandes behalten und kurz vor seinem Ende diese mit deutlicher Stimme ausgesprochenen Worte von sich hören lassen: „O ein großer Gott! o ein majestätischer Gott! o ein barmherziger Gott! o ei» gütiger Gott! o ein freundlicher Gott! o ein liebreicher Gott und Vater, der mich armen Sündenwurm in Gnaden angesehn, mich angenommen und mir meine Sünden vergeben hat! O ein geduldiger Gott! o ein langmüthiger Gott!" Darauf hat der Kaufmann geantwortet: „In solchem Glauben erhalte ihn Gottes Gnade zum ewigen Leben!" Gegen das Ende ist die Stimme ganz leise geworden, und

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