Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 36 (1880)
- Issue
- 5-6 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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101 Bischofs in der heiligen Stadt und in dem weiten Sprengel, über den Sie gesetzt sind, auszuführen." Ein ansehnlicher Trupp berittener Soldaten kam uns entgegen, um unsere Eskorte zu bilden; jede Gemeinschaft von Jerusalem aber hatte einen Vertreter entsandt. Der englische Konsul und seine Frau und der deutsche kamen selbst uns entgegen, die Lateiner, Griechen, Armenier, Russen, Syrer, Oesterreicher und Franzosen sandten ihre Dragomans, und Alle nahmen im Khan den dargebotenen Kaffee ein. Der Bischof und seine Familie bestiegen dann wieder ihre Wagen und setzten ihre Fahrt, von der Eskorte begleitet, fort, der sich mehr als 100 andere Personen auf Pferden, Maulthieren und Kameelen angeschlossen hatten. In der Nähe des Jaffa-Thores wurden sie von den Kindern der verschiedenen Schulen begrüßt. Die Zions-Schule der Londoner Inden-Mission, von Fräulein Addie geleitet, sang recht hübsch das Lied: „Wie lieblich sind auf Zions Höh'n", dann trat die Schule hervor, welche früher unter Prediger W. Bailey stand, und nach derselben die deutsche Waisenschule, alle mit Gesang den Bischof begrüßend. Der Bischof richtete an jede einige Worte. Der jüdische Oberrabbiner, ein blinder, alter Mann, war auch herbeigeführt worden, um den Bischof zu bewillkommnen, und sagte, daß er damit dem Gefühle der ganzen jüdischen Gemeinde habe einen Ausdruck geben wollen. Am Jaffa-Thore stieg die Gesellschaft des Bischofs ab; dabei ereignete sich ein hübscher Zwischenfall. Ein Effendi trat heran und begrüßte den Bischof sehr warm, sprach aber insbesondere noch seine Freude darüber aus, daß er jetzt nach Jerusalem zurückkehre. Vor vier Jahren hatte dieser Effendi gegen einen Bewohner Jerusalems geäußert: „Sie werden sehen, Dr. Barclay wird eines Tages hierher als Bischof zurückkehren!" Jener Herr aber hatte hierauf entgegnet: „Niemals!" Da dieser Letztgenannte nun den Bischof init dem Effendi sprechen sah, trat er heran und sagte zu ihm in arabischer Sprache:. „Sie sind ein Prophet!" Der Effendi antwortete: „Vor vier Jahren habe ich eines Tages in der Moschee gebetet, daß Dr. Barclay hierher kommen und unter uns als Bischof leben möchte; Gott hat mein Gebet erhört." Die Kawassen jeder Gemeinschaft schritten nun dem Bischof und seiner Familie nach ihrem Hause voran, wo sie ein anderer Trupp berittener Soldaten erwartete und begrüßte. Der Eingang