Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 9-10 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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132 Dieses Alles, weil mir es Gott in seinem Wort befohlen hat zu glauben und auch mein Herz dahin gerichtet, daß ich's mit seiner Hilfe gar wohl glauben kann, habe ich auch meinem Gott geschworen und schwöre noch, bei diesem Glauben zu leben und zu sterben, und bin auch gewiß, daß mich nichts, es möge auch genennet werden, wie es will, von diesem Glauben treiben kann, noch soll. Haben sich derowegen die Juden des gewiß und kein anders zu mir zu versehn, daß, so lange, als ich glauben werde, daß der Gott, welcher Himmel und Erde, mich und alle Creatur erschaffen hat, Gott ist, und so lange ich glauben werde, daß die Bibel Gottes Wort ist, so lange werde ich auch kein Jude wieder werden. Wenn ich aber dieses beides nicht mehr glauben sollte, so wollte ich doch kein Jude, sondern ein Türke werden, dieweil der jüdische Talmud, wie genugsam erwiesen, nicht mehr als der türkische Koran in Gottes Wort gegründet ist, und die Türken nicht so viel Geboten unterworfen sind, als die Juden. Meine lieben Gevattern und alle andern frommen Christen sollen wissen, daß, so gewiß, als ich meine dazumal noch lebende Mutter, welche ich nach Gottes Befehl mit möglichem Fleiß geehrt und geliebt habe, also, daß sie niemals, so lange, als ich ein Jude war, über mich geklagt hat, verlassen habe. Und so gewiß, als ich mein Eheweib, bei welcher ich sieben Jahre im Ehestand in Liebe und Treu gelebt und zwei Söhne mit ihr gezeugt habe, auf ihr Verlangen verlassen habe. Und so gewiß ich meinen erstgeborenen Sohn verlassen, welchen ich nicht allein also geliebt, daß ich auch in meinem Christenstande fünf ganzer Jahre lang dermaßen für seine Seele gesorgt habe, daß ich's vor Gott, Engeln und Menschen an jenem Tage verantworten kann, wie mir solches der Hochwürdigste, Durchlauchtigste, Hochgeborene Fürst und Herr, Herr Heinrich Julius, postulirter Bischof des Stifts Halberstadt und Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, mein gnädiger Fürst und Herr, und Ihrer Fürstlichen Gnaden Consistorial- und Kirchen- Räthe, desgleichen auch die Durchlauchtigste und nunmehr selige Fürstin Margaretha Elisabeth, des Kaiserl. Weltlichen Stifts Essen Aebtissin und derselben Räthe Zeugniß geben werden; sondern ich habe auch seinethalbeu Leib und Leben in Gefahr gesetzt, bis ich ihn endlich angetroffen. Und so gewiß, als ich meinen rechten