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Dibre Emeth · 1879-01-01 · 5-6 (1879) · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
35 (1879)
Issue
5-6 (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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93 daß der Herr sich zu unserer Arbeit bekennt und an uns seine Verheißung bestätigt: „Ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende!" Hier in Djenda sind in diesem Jahre 2 Jünglinge getauft worden. Nachdem sie sich eine lange Zeit auf die heil. Taufe vorbereitet, sind sie durch dieses heil. Sakrament in die christliche Kirche ausgenommen worden. Bor ihrer Taufe kamen ihre nahen Verwandten und suchten sie erst mit Liebe und Versprechungen, und als diese nichts halfen, mit Drohungen und Verwünschungen zu bestimmen, Falaschas zu bleiben. Die Jünglinge aber blieben standhaft und bekannten öffentlich, daß sie durch das Wort Gottesüberzeugt worden: Jesus sei der Messias, und ohne ihn könne Niemand selig werden. Als ihre Verwandten die Erfolglosigkeit ihrer menschlichen Mittel sahen, nahmen sie zum Gebet ihre Zuflucht. In einer großen Mesgid (Synagoge) wurde ein Gottesdienst veranstaltet, in dem viele Falaschapriester und Laien Gott mit langen Gebeten bestürmten, er möchte uns vertilgen. Vergeblich! Aber der Herr bekannte sich auch sonst wunderbar zu uns, denn während Hunderte um uns her in Folge von Pest und Hunger starben, sind wir mit allen Gläubigen verschont geblieben. Die Falaschas stehen uns freilich noch sehr feindlich gegenüber. Die Jünglinge aber leben seit ihrer Taufe bei uns auf der Station und machen uns durch ihren entschieden christlichen Wandel viel Freude. Morgens und Abends lesen sie fleißig das Wort Gottes, den Tag über arbeiten sie in ihrem Berufe (sie sind Weber) und verdienen sich selbst ihren Lebensunterhalt. Wenn sie, wie bisher, sich so fortentwickeln, haben wir alle Hoffnung, daß sie später als Arbeiter im Weinberge des Herrn verwendet werden können. Dieses Jahr konnten wir keine Missionsreise in die Ferne machen. In Folge der vorjährigen Krankheit waren wir zu weiten Fußtouren zu schwach. Auch die unsichere politische Lage unseres Landes, die Hungersnoth und Pest machten das Reisen unmöglich. Wir haben aber alle Tage Gelegenheit, in unfern eignen Häusern den Besuchenden von Nah und Fern das Evangelium zu verkündigen. Ebenso kommen die Proselytcn aus allen Gegenden zu uns, deren Erbauung und Belehrung wir uns denn auch widmen. Die Proselyten hier sind alle gesund. Die Sonntags-Gottesdienste und die Mittwoch-Gebetsstuude werden regelmäßig von ihnen besucht.

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