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Dibre Emeth · 1879-01-01 · 5-6 (1879) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
35 (1879)
Issue
5-6 (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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76 Grunde ist es doch irdisch, es stammt nicht von Oben, sondern von der Erde, und die tieferen, biblischen Erinnerungen streifen es nur wie vorüberziehende Wolken. Am Klarsten und Künstlerischsten, am menschlich Edelsten und Theokratischsten hat Moses Maimonides, jener berühmte Philosoph der Juden aus dem 12. Jahrhundert, dieses Bild uns gezeichnet. Die Juden zählen drei Moses, welche sie die größten Männer der Welt nennen: Moses, der Gesetzgeber, Moses Maimonides und Moses Mendelssohn. Die Anschauungen des mittleren haben das ganze Mittelalter beherrscht und sind noch heute für viele Juden maßgebend; soweit insbesondere unter den Juden überhaupt noch die Messiashoffnung besteht, bewegt sie sich gegenwärtig in den Anschauungen von M. Maimonides. Dieser nun hat seine Ansichten über den Messias unter ganz bestimmter Verwerfung des Gekreuzigten und Auferstandenen, der ihm das tiefste Aergerniß ist, in dem Buche Jad Chasakah (starke Hand) ausgesprochen. Die betreffende Stelle ist mehrfach übersetzt worden, so auch von Professor Megerlin, Frankfurt 1751, und dieser Uebersetzung folgen wir hier. Da heißt es Cap. 11: § 1. Wenn der König Messias aufkommen wird, wird er das Königreich Davids wieder aufrichten zu seinem alten Zustand und seiner ersten Herrlichkeit; er wird das Heiligthum des Tempels wieder bauen und die Vertriebenen aus Israel wieder sammeln. Zu seiner Zeit werden alle Rechte wieder in den Gang kommen, wie sie von Anfang waren. Man wird die Opfer wieder darbringen, man wird die Erlaß- und Jubeljahre wieder halten nach allen ihren Geboten, die im Gesetz bestimmt wurden. Ein Jeglicher aber, der nicht an ihn glaubt noch auf seine Zukunft hofft, verleugnet nicht nur die übrigen Propheten, sondern auch das Gesetz selbst und Moses unfern Herrn. Denn siehe, das Gesetz hat von ihm gezeugt, wie gesagt ist 5. Mos. 30, 3 fl.: „So wird der Herr, dein Gott, dein Gefängniß wenden und sich deiner erbarmen und dich wieder sammeln aus allen Völkern, dahin dich der Herr, dein Gott, verstreuet hat. Wenn du bis an der Himmel Ende verstoßen wärest, so wird dich doch der Herr, dein Gott, von dannen sammeln und dich von dannen holen." Diese Worte nun werden in dem Gesetz erklärt; sie enthalten

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