Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 3-4 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2554541-2554852-2554855--07154-2563161- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
45 von 1830—39 11 z. luth., 16 z. ref. K., in Summa 27 P., von 1840—49 7 z. luth., 2 z. ref. K., in Summa 9 P., von 1850—59 48 z. luth., 13 z. ref. K., in Summa 61 P., von 1860—69 40 z. luth., 8 z. ref. K., in Summa 48 P., von 1870—78 101 z. luth., 9 z. ref. K., in Summa 110 P. Man ersieht hieraus, daß eine beständige Steigerung der Zahlen stattfindet, wenn im Lande nicht unruhige Verhältnisse herrschen. Der Rückschlag in den 40er und 60er Jahren ist offenbar aus den letzteren zu erklären. Sehr auffällig ist die Zunahme der Taufen in unserm Jahrzehnt. Seitdem eine lutherische und eine reformirte Kirche in Frage kommen, und das ist nach unserer Tabelle seit 1821, sehn wir die lutherische Kirche der Schwester-Gemeinschaft allmählig vorgezogen werden. In diesem Zeitraum nahm die lutherische Kirche 217, die reformirte nur 58 Juden auf. Innerhalb der 58 Jahre, die für beide Kirchen gemeinschaftlich aufgeführt werden, also von 1820 an, zählt die lutherische während der ersten Hälfte bis 1849 nur 24, die reformirte dagegen 28 Taufen; aber in der andern Hälfte stehn den 189 Taufen in der lutherischen nur 30 in der reformirten Kirche gegenüber; letztere hat nur uoch den 6. Theil der ersten zu verzeichnen. Aber in der reformirten Kirche ist das Verhältniß der männlichen Personen zu den weiblichen ein bedeutend günstigeres, als in der lutherischen; in die erstere sind fast dreimal so viel männliche als weibliche Mitglieder ausgenommen worden, in die andere nur um l/3 mehr; beide Male aber will ein Ueberschuß auf der männlichen Seite bemerkt werden. Besonders beachtenswerth ist es, daß Wien zu den wenigen Orten gehört, in denen die evangelische Kirche eine stetig wachsende Zahl von Juden zu sich kommen sieht. Einer der Erklärungsgründe mag die rasche Zunahme der jüdischen Bevölkerung in der österreichischen Hauptstadt sein. Denn gegenwärtig zwischen 60—70000 Seelen zählend, ist dieselbe doch erst in letzter Zeit so bedeutend geworden; bis zur Revolution von 1848 war es den Juden nur in beschränktem Maße vergönnt, ihren Wohnsitz in Wien zu nehmen; die alsdann eintretende Reaktion nahm ihnen wieder manche der bereits gewonnenen Rechte, und erst die Jahre 1860 und 1867 beseitigten alle Schranken. Leider liegen uns hinreichende Angaben über die Taufe, von Inden in der römischen Kirche Wiens nicht