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Dibre Emeth · 1879-01-01 · 3-4 (1879) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
35 (1879)
Issue
3-4 (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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34 eilte mit ihm aus der Stadt. So ward das sechsjährige Knäblein gerettet. Aber nun ging es auf die Wanderschaft. Chaim zog nach Frankfurt a. O., Berlin, Dessau und Halberstadt bis nach Frankfurt a. M. Den langen Weg hat ihn sein Beschützer halb getragen, halb laufen lassen. Man denke sich, ein sechsjähriges Kind und eine solche Wanderung! In Frankfurt wurde Hirsche! von einigen Juden erkannt, die alsbald seinetwegen an den Vater in Lorch schrieben. Der kam auch 1703 und empfing seinen geretteten Sohn mit vielen Thränen. Der Vater verhandelte nun aber mit den jüdischen Baumeistern in Frankfurt, daß sie seinen Sohn bei sich behielten. Diese willigten ein, und er wurde zunächst in die Klaus, hernach aber in das jüdische Armenhaus ausgenommen. Dem Knaben wurde von verschiedenen jüdischen Familien ein Tisch gewährt, und er fand nun bald bei Diesem, bald bei Jenem seine Kost. Als Hirsche! 9 Jahr alt war, 1705, zog der Vater nach Frankfurt, um fortan dort zu unterrichten. Er wohnte im Rothen Löwen, nahe dem Judenbrücklein, bei einem Juden, welcher den gleichen Namen mit ihm führte. Auch seine Mutter war mit herübergekommen, aber sie starb noch in demselben Jahre, „und von dieser Zeit an war ich stets traurig", sagt Zeitmann selbst. Schon 1706 zeigte der Herr dem 9 jährigen Knaben, was er mit ihm vorhabe. Ihm wurde, er wußte selbst nicht warum,-das jüdische Leben verhaßt, und er wollte deshalb nach Friedberg entlaufen. In kindlicher Einfalt gestand er dies einem Juden, der ihm unterwegs begegnete und ihn frug, wohin er denn eile? Da wurde denn sein Anschlag zu nichte. Denn der Jude führte den Knaben sogleich in sein Haus unter dem Vorgeben, daß dort der Pastor wohne, und er denselben bestellen wolle. Er verwahrte Hirsche! aber vier Tage und sandte indeß zu seinem Vater nach Frankfurt, der denn auch eilends kam und dem Sohne einen schlechten Empfang bereitete. Später sandte ihn der Vater einmal mit seinem größten Bruder zu einem Faßbinder, der nahe dem Judenkirchhofe wohnte, um bei demselben eine Bestellung zu machen. Der Meister sang gerade mit seinen Leuten das köstliche Lutherlied:

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