Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 1-2 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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2 samkeit noch auf den Ort seines Wohnens, Hamburg, beschränkt. Die Halle'schen Missionare dagegen hielten sich nur zur.Rast und Erholung kurze Wochen oder Monate in Halle selbst auf, ihre übrige Zeit verwandten sie ganz und gar dazu, Deutschland, Dänemark, Holland, Schweden, England, die Schweiz, Frankreich, Italien, Oesterreich, Rußland, die Türkei, Aegypten und Klein-Asien zu durchwandern, um überall den Juden nachzugehen und ihnen zu verkündigen, wie sie wahrhaftige Vergebung der Sünden, wahrhaftige Versöhnung mit Gott, wahrhaftige Gerechtigkeit und wahrhaftige ewige Seligkeit erlangen könnten. Bis zum Jahre 1792 hat das „jüdische Institut" so evangelische Judenmission getrieben. Wiederum 17 Jahre später, 1809, wurde die Londoner Missionssellschast gestiftet, die nun bereits 70 Jahre unentwegt auf ihrem Posten steht; heute zählt dieselbe 136 Arbeiter und Arbeiterinnen, und man begegnet denselben überall in Europa, wo Juden wohnen, aber auch in Türkisch-Asien und an dem ganzen Nordrande von Afrika bis nach Abessinien hinein. Das Beispiel der Londoner Mission aber hat hin und her gezündet. Gegenwärtig stehen dieser größten Gesellschaft noch eine ganze Reihe anderer innerhalb der evangelischen Kirche zur Seite: Großbritanien kennt überhaupt 8 verschiedene Jndenmissionen, die Niederlande 2, Norwegen 1, Schweden 1, Rußland 2, Deutschland 5, die Schweiz 1 und Amerika 2. Die Zahl der evangelischen Judenmissionare aber beträgt, wenn man auch die Lehrer und Lehrerinnen an.den Missionsschulen hinzurechnet, etwa 220. Also nicht ein Werk von heute und morgen ist die Judenmission, und nicht der sogenannte Enthusiasmus erhält sie; wäre dieser die treibende Kraft, so hätten ihn 350 oder 200 Jahre längst abgekühlt. Ebensowenig steht und fällt dieselbe mit der Großartigkeit der Erfolge. Unsere jüdischen Blätter werden nicht müde, uns die Vergeblichkeit der Mission unter ihrem Volke zu Gemüthe zu führen, Eindruck aber hat das in keiner Weise auf uns gemacht. Viele Christen auch, allerdings mit wenigen Ausnahmen solche, die von keinem Glauben gerade viel halten und welche die Religion wenigstens nicht als das beste Stück des Menschenlebens ansehen, heißen uns von der nutzlosen Arbeit, die