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Dibre Emeth · 1878-01-01 · 11-12 (1878) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
34 (1878)
Issue
11-12 (1878)
Date
1878-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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174 Man wird es hiernach sofort als eine Eigenthümlichkeit der Judenmissionerkennen, daß dieselbe überall die Hauptstädte und die wichtigsten Plätze in den verschiedenen Ländern besetzt. In diesen sammelt sich eben die größte Zahl der Juden, und so werden sie auch die natürlichen Mittelpunkte des Missionswerkes; zugleich aber werden von hier aus auch am leichtesten die Juden der Distrikte besucht, in denen diese Orte von hervorragender Bedeutung sind. In diesem weiten Gebiete nun arbeiteten missionirend 136 Personen, darunter 30 ordinirte Missionare, 21 nicht ordinirte Missionare und höhere Laienagenten, 44 Kolporteure und Gehilfen und 44 Schullehrer und Schullehrerinnen. 79 aus dieser Zahl waren getaufte Juden, unter ihnen 16 ordinirte Missionare. Die Mittel, um das Werk in dieser Ausdehnung zu treiben, hat die christliche Liebe auch diesmal wieder aufzubringen gewußt, es wurden ungefähr 710,000 Mark beigesteuert. An der Spitze der lebenslänglichen Geber steht der deutsche Kaiser mit einem Beitrage von bisher 8,500 Mark. Im Uebrigen haben ganz England und Wales, Irland und Schottland beigesteuert, aber auch Nizza, Pau, Warschau, Ostindien, Sierra Leona, Britisch-Kanada und Australien. Zur Unterstützung alter, kranker, arbeitsloser und hilfsbedürftiger Proselyten kamen 4230 Mk. ein. Aus Legaten flössen nicht weniger als 54,500 Mk. zu. Gerade dieser letzte Posten zeigt aber recht deutlich, ein wie tiefes Interesse die Judenmission für so viele Herzen in England besitzt, und daß alles Geschrei von der sogen. Erfolglosigkeit dieser Mission dasselbe auch nicht im Mindesten zu ersticken vermocht hat. Wir möchten doch unseren jüdischen Lesern diesen Punkt zum besonderen Nachdenken empfehlen und zugleich dabei erinnern, daß solche Opfer nicht für ein Werk gebracht werden, das erst den Reiz der Neuheit ausübt, sondern das bereits volle 7 Jahrzehnte besteht und arbeitet. Man pflegt aber die Jüdenmission so gern nach der Zahl ihrer Getauften zu fragen. Wir scheuen auch diese Frage nicht. Durch Londoner Missionare sind im Jahre 1877 153 Juden getauft worden. Damit wächst die Gesammtzahl aller durch die Londoner Mission bisher, soweit die Listen nämlich reichen, Getauften auf 3,781. Diesmal weist übrigens nicht die Londoner Station die größte Zahl von Taufen auf, sondern den 13 Erwachsenen und 11 Kindern aus jüdischem Geschlecht, welche in der Londoner

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