Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 1-2 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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30 staatlicher Zwang geAbt, welcher seitdem fortgefallen ist. Seit dem Jahre 1860 bleibt sich hingegen die Zahl der Getauften ungefähr gleich, sie ist sogar gegen die ersten 5 Jahre des ersten Jahrzehnts, von dem wir berichten konnten, gewachsen; denn auch unter der Regierung des Kaiser Nikolaus hat erst allmählig der Staat auf eine Ueberführung der Juden zur russischen Kirche eingewirkt. So geschahen denn von 1836 bis 1840 1,972 Taufen, von 1871 bis 1875 2,304. Merkwürdig sind die vcrhältnißmäßig zahlreichen Ucbertritte in den Gouvernements von Sibirien, 118 in 4 Jahren, während doch Sibirien nur eine geringe jüdische Bevölkerung besitzt; wahrscheinlich stellen hier die Verbannten ein ansehnliches Kontingent. Fast die größte Zahl der Proselhten zählt das heilige Kiew, überhaupt Klein-Rußland und Süd-Rußland, in denen allerdings die Juden auch am dichtesten gedrängt wohnen. Die beiden hauptstädtischen Gouvernements liefern in Anbetracht dessen, daß die Juden daselbst nur ein beschränktes Niederlassungsrecht besitzen, ein ganz ansehnliches Kontingent, ebenso die Eparchie Warschau, in der die russische Kirche doch so sehr hinter der römischen zurücktritt. Es zeigt sich hier eben der Einfluß der Hauptstädte, die überall den Juden am Ehesten veranlassen, den Zusammenhang mit der Synagoge und mit seinem Stamme zu lösen. Von der abessimschen Mission. Missionar Flad in Kornthal hat uns unter dem 3. Dezember neue Nachrichten über das abessinische Missionswerk zugehen lassen; sie lauten: „Br. Gobau wird nun in Massua sein. Ich harre voll Verlangen seines nächsten Briefes. Bis Suez ging es ihm recht gut, so daß er voll Dank gegen Gott, für die empfangene Gnade und Durchhilfe auf der Reise, sich ein „Sonntags-Kind" Gottes nennt. Laut Comitö-Beschluß ist meine Reise nach Abessinien, der politischen Wirren halber, auf nächstes Jahr verschoben. Bis dann, hoffen wir, wird der Krieg beendigt sein. Auch Abessinien, das im vergangenen Jahr durch Bürgerkrieg sehr gelitten hat, wird, da jetzt Johannes einziger Herrscher ist, zur Ruhe kommen, und die Reichs-Gottes-Arbeit besser gedeihen können. Meine Falascha - Proselyten liegen mir sehr am Herzen.