Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 7-8 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Dibre Emeth oder Stimmen der Wahrheit an Israeliten und Freunde Israels. Begonnen von I. C. Hartmann, fortgesetzt von -e Je 9toi. Nr. 7 u. 8. 1877. 33. Jahrgang. Mahnende Zeichen. Wenn man die Stimmen der Wortführer unter den Juden der Gegenwart hört, so hätte das Volk wohl niemals mehr Ursache gehabt, sich über alle anderen erhaben zu dünken, als heute. Die Parteien, welche sich unter einander aufs Heftigste befehden, sind doch darin eins, daß es in der ganzen Welt nichts giebt, was erhabener und sicherer dastünde, als das Judenthum, und daß die Juden direkt der allerherrlichsten Zukunft entgegengingen. Die orthodoxe Zeitschrift „Der Israelit" schreibt: „Christenthum und Islam sind Vorstufen, welche die Menschheit erklimmen mußte, ehe ihr die ganze Wahrheit zugänglich werden konnte; die Religion Israels ist die ewige, unveränderliche Wahrheit". Philippson, der Hauptapostel einer sehr zahlreichen Mittelpartei, erklärt, „daß man sich jüdischerseits jetzt nicht mehr damit begnügen könne, wenn nur den Juden der früheren Zeit eine Mission zugeschrieben würde, sondern daß nun alle Religionen zu der Erkenntniß fortschreiten müßten, gerade der Synagoge sei erst recht eigentlich eine allgemeine Weltmission zu Theil geworden". Und der Fortschrittsrabbiner Nascher predigt vor seiner Gemeinde: „Israels Sendung und Begabung ist, ein Leuchtthurm zu sein auf dem Gedankenmeer der Menschheit", so daß er denn auch seine Anhänger mit folgenden Worten anredet: „Ihr seid berufen, wie die Sterne zu leuchten der Gesammtheit eurer Mitmenschen". Der Leuchtthurm scheint aber doch nicht gerade sehr festen Grund unter sich zu haben, wenn man die folgende Thatsache in's Auge faßt. Bekanntlich haben die Juden der früheren Zeit sich