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Dibre Emeth · 1877-01-01 · 5-6 (1877) · page 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
33 (1877)
Issue
5-6 (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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92 zum Instituts, mit dem Wunsch, daß je zuweilen ein dritter Studiosus mit denen beyden erstern reisen möchte. Herr Callenberg suchte in Halle einen, fand aber Niemand, auch in Jena fand sich keiner. M. Wiedmann und Manitius hatten eine Reise nach Preussen, Curland und Rußland vor; Herr I). Callenberg gab ihnen ein Schreiben an Herrn D, Salthenium nach Königsberg mit, um zu sehen, ob sie von dort aus einen dritten Reisegefährten mit bekommen könten. Sie kommen hin, geben den Brief ab. Herr Salthenius denkt bey dieser Gelegenheit an einen Studiosum, der eben bey ihm im Hause logirte, Namens Stephanus Schultz. Weil ich nun der Herausgeber dieser Bogen, eben derselbe bin, so werde was weiter bey dieser Anstalt vorgegangen, nach meinen Begebenheiten einrichten. s- 3. Ich bin zu Flatow in Gros Pohlen Anno 1714 von honetten aber durch Krieg und Brand sehr verarmten Eltern gebohrcu. Da diese noch wohlhabend waren, hatte meine Mutter mich dem Studio Theologico gewidmet, und da sie mit mir schwanger gegangen ist, gesagt: wird es ein Sohn, so soll er Stephanus heissen, damit er das thue, was Stephanus gethan; und wenn er auch das Leiden Stephani übernehmen muß. Ich werde 5 bis 6 Jahr alt, gehe in die Schule, die Spiel-Stunden aber bringe ich in der Judenschule zu; dieses komt meiner Mutter bedenklich vor und fragt: was ich denn immer in der Judenfchule mache, ich würde doch wohl kein Jude werden? Ich antwortete: (so hat es mir meine nunmehr selige Mutter oft erzählet;) nein, ich werde kein Jude werden, sondern werde studireu, den Talmud lernen und die Juden bekehren. Meine Mutter antwortete mit Thränen: „Mein Sohn! das war wohl mein Wille, aber wir sind zu arm." Darauf soll ich gesagt haben: Liebe Mutter! kämt Tyde, kümt Rade; das ist: komt Zeit, komt Rath; und gehe an meine Bücher zu lernen. §. 4. Bis in mein dreyzehendes Jahr wurde ich zu Hause behalten, darnach kam ich nach Lobziniec, wo ich vor 2 Jahren, im eilften Jahr meines Alters, von dem Prediger Westphal zum Heiligen Abendmahl gelassen wurde, zu dessen Nachfolger dem Hrn. Past. Pfeffer. Weil aber dieser krank war, so übergab er mich seinem

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