Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 5-6 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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90 dafür gesorget werden, theils Nachricht zu geben, wie der Wohlthäter milde Gaben wären angewendet worden, theils aber auch, wie die Büchlein unter den Juden könten angebracht werden. Der Herr D. Callenberg setzte einen Bericht aus, lies ihn drucken, und vertheilete ihn sowol an die vorigen Wohlthäter, als auch an andere Freunde und Correspondenten, welche ihr Vergnügen über den Anfang dieser Anstalt mündlich, schriftlich und auch in der That an den Tag legten; indem sie ihm nicht nur einigen milden Beytrag sandten, sondern auch zugleich sehr beweglich ermahneten, die Hände ja nicht sinken zu lassen; vielmehr dahin zu sehen, daß die Bücher des neuen Testaments in der jüdischen Sprache gedruckt und unter diesem Volk vertheilet werden möchten, dabeh einige wünschten, daß sich in dieser Sprache wohlerfahrne Studiosi finden möchten, die, nach der Anweisung des sel. I). Wagenseil unter der jüdischen Nation herum reiseten, mit ihnen sich liebreich von der Religion unterredeten und einem jeden nach seiner Fassung von diesem Büchlein austheileten. Der fromme Callenberg war hiebey ein Philippus und sagte: Woher kriege ich solche geschickte Leute und wo ist der Quell, daraus ihr Unterhalt fliessen soll? In solcher Form gieng das Werk von Anno 1728 bis 1730. s. 10. Im Jahr 1730 zeigete GOtt, daß er Arbeiter aussenden und auch Mittel zu ihrer Erhaltung finden könne; denn in eben diesem Jahr wurde von Wien aus ein Magister ans dem Würtembergischen an den Hrn. v. Callenberg recommandiret, welcher bereits 2 Jahre lang auf seine eigene Kosten, nach seinem innern Triebe, (welcher doch nicht ohne die Vorsehung gewesen ist,) unter den Juden gereiset war. Dieser verlangte weiter nichts als Bücher, um sie unter die Juden auszutheilen. v. Callenberg lies ihn bey einem frommen Candidaten, Namens Manitius logiren, um zu erfahren, wie weit man sich mit dem Manne einlassen könne. Manitius wurde von den Ick. Wiedmann durch den Umgang so eingenommen, daß er glaubte, er müsse in der Gesellschaft desselbigen, eine Reise unter die Juden thun, es möge kosten was es wolle. Sie reiseten fort, nicht auf Instruction des Herrn Callenbergs, doch auch nicht wider seinen Willen. Die Anverwandte des Manitii, welche zum Theil vornehme königliche Be-