Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 32 (1876)
- Issue
- 9-10 (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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144 1656 folgende Uebersctzung, die Moses Mendelssohn aus dem Englischen in's Deutsche übertragen hat: „Wir sind verbunden, den Herrn aller Dinge zu loben. Den zu erheben, der die Welt geschaffen hat, daß er uns nicht wie die Völker der Erde gemacht, uns nicht wie die Geschlechter der Erde gestellt, uu fern Antheil nicht gleich dem ihrigen, noch unser Loos mit ihrem Haufen übereinstimmend gemacht hat. Denn sie erniedrigen sich gegen unwürdige und eitele Dinge, richten ihre Gebete an Götter, die nicht helfen können; aber wir verehren de» König aller Könige, der heilig und gesegnet ist, der die Himmel ansstreckte und die Erde bildete. Der Sitz seiner Glorie ist oben in» Hirnmel. Er ist unser Gott, es giebt keinen andern; er ist wahrlich unser König und außer ihm giebt es keinen, wie in dem Gesetz geschrieben ist: Und wisse heute und kehre zurück in dein Herz, denn der Ewige ist Gott im Himmel von Oben und ans der Erde von Unten, es ist kein anderer." Dem Sinne nach ist auch diese Uebersctzung, welche Wagenseil in seinem Buche: Teilt ignea Satanae anführt, mit der anderen gleichlautend. Dieses Gebet nun hatte selbst außerhalb des Judenthnms Anklang gefunden. Sultan Selim, der berühmte Eroberer, fand eS vortrefflich und hielt viel auf dasselbe. Er hatte seinem Arzte Moses Amon, welcher die fünf Bücher Moses in's Arabische und Persische übersetzt hat, befohlen, daß er die jüdischen Gebete ebenfalls übersetzen sollte. Und als er ihm dieselben in türkischer Sprache übergab und der Sultan das Gebet Olenn gelesen hatte, sagte er: „Wozu sind doch die vielen langen Gebete? Dies eine ist vollkommen hinreichend, denn es ist kurz und inhaltsschwer." Aber die Worte: „Sic bücken sich vor eitelen und unwürdigen Dingen und beten Götter an, die nicht Helsen können", glaubte nian christlicherseits eben auf die Christen beziehen zu müssen; insbesondere meinte man, daß das hebräische Wort Dolo «Jo8chia (was nicht hilft) absichtlich mit Rücksicht auf den Namen Jesu gewählt worden sei; und die Juden wurden überdem beschuldigt, daß sie bei Aussprechung jener Worte dreimal ausspieen, einmal gegen den Gott der Christen, das andere Mal gegen Christum selbst und das dritte Mal gegen alle Christgläubigen. Die Juden vertheidigten sich schon früh gegen diese Be-