Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1875-01-01 · 7-8 (1875) · page 31

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
31 (1875)
Issue
7-8 (1875)
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2554541-2554821-2554825--06417-2562402
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

127 aus allen Zeiten und Nationen und unter den Bekennern aller Religionen, soweit dieselben in das allgemeine Leben eingetretcn sind, zu sammeln. Eben dies bestätigt auch wieder das vorliegende Büchlein. Von dem Löwcnkampfe will es die Zeiten reden lassen, welchen die Menschen mit sich selbst und dem göttlichen Geiste führen, und wie nun sowohl die Sagen und Mythen als die großen Denker und Weisen so vieler Nationen von dem Kampfe, aber auch bereits von dem Siege ahnend reden, den sie selbst doch nicht erleben, um desto mehr auf den Einen weissagend hinzudenten, der hernach diesen Kainps zum Siege ausgeführt hat. Herkules, der Sohn des Zeus, kämpft mit dem Löwen, dem Geschöpfe der Hera. Der Löwe als das gewaltigste Raubthier ist auch der besondere König des bösen Wesens; so erscheint er in der griechischen Mythologie, so auch symbolisirend im Alten Test.; aber die göttliche Kraft des Herkules überwindet ihn. — Alles bösen Wesens Abbild ist die Nacht, und der Löwe ist das furchtbare Thier derselben. Sein Gegner ist das Bild des sittlichen Lichtes, das ist der Simson, dessen Name ihn schon als den „Sonnigen" bezeichnet. Hera und ihre Kinder hängen ebenso eng mit der Nacht wie mit dem Löwen zusammen; Hera hat den Letzteren ernährt und auferzogen; sie auch versetzt ihn in die grünenden Fluren Nemeas zum Leiden der Menschen; aber gerade dort wird er besiegt, und sein Fell dient dem Herakles als Trophäe, der Sieger zieht den Ruhm des Besiegten an. Ja, der Löwe wird nun aus dem Zerstörer des Friedens gebändigt der Wächter desselben. Auf Grabdenkmälern erscheinen oft die Thaten des Herakles: der Held überwindet eben auch den Tod. Juda ist im A. T. der königliche Leu, aber derselbe geht nur dem Andern voran, von welchem es im Neuen heißt: „Es hat überwunden der Löwe von Juda". Ohne diesen jedoch bleiben die Sage und der Gedanke ohne befriedigenden Abschluß. Denn die Gedanken, welche in Herakles liegen, beginnen in der griechischen Sage wohl ideal, werden aber allmählich immer sinnlicher und gemeiner; allein in dem Christuslöwen geht Alles in Erfüllung, was die Griechen in ihrem Herakles ursprünglich gesucht haben; in Christo aber vollendet sich in der That Alles bis in die einzelnen Züge hinein. 2. David Isriedrich Strauß von I. de le Roi. Breslau, 1875, F. Willkomm. 32 S. 50 Pfennige.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.