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Dibre Emeth · 1874-01-01 · 1-2 (1874) · page 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
30 (1874)
Issue
1-2 (1874)
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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23 3. „Samany Daniel lebte mit seinen Eltern in Gondar, aber die Falaschas sind als Juden den anderen Stämmen verhaßt, und durch Plünderungen, drückende Abgaben, Einquartierungen und andere Bedrückungen wird ihnen das Leben schwer gemacht. Ein Jahr nach seines Vaters Tode zog die Mutter mit ihrer Familie nach Genda, wo viele Falaschas leben. Ich pflegte unter ihnen, und besonders am Sonnabend, ihrem Sabbath zu predigen und das Wort Gottes auszutheilen. An Sonntagen pflegte mich dann Samany mit anderen Knaben heimlich zu besuchen, da ihnen die Mönche die vorgelegten Fragen über den Messias nicht beantworten konnten. Zuletzt wurden an einem Sonntage 23 Falaschas, Männer, Frauen und Kinder auf einmal getauft, unter ihnen Samany, der dcßwegen aus seinem Hause fortgelaufcn war. Später kam er zu Missionar Waldmeier und lebte bei ihm, während er fvrtfuhr, sein Bröd sich selbst zu verdienen und das Erworbene seiner Mutter zu senden. Um sie nur zu versorgen, habe ich ihn selbst zeitweise ohne Nahrung dahingehen sehen. Nach der Gefangennahme der Missionare ging er nach Massowah in der Hoffnung, Europa zu erreichen; bei dem Mangel an Mitteln mußte er jedoch zurückbleibeu. 1868 schloß er sich der englischen Armee in Magdala an und schrieb nach der Befreiung der Gefangenen an mich nach Kornthal, daß er nach Europa zu kommen wünsche. Gerade damals hatte ich das edle Anerbieten des englischen Missionsfrcundes empfangen, das mich in den Stand setzte, Samany und Agashy hierher kommen zu lassen und sie hier zu erhalten." 4. „Da Samany's Mutter sah, daß das Christenthum ihrem Sohne keinen Abbruch that, sondern vielmehr ihm Segen brachte, bat sie mich, auch ein anderes Kind von ihr anzunehmen. So kam Sanbatoo zu den Christen und hernachmals in Missionar Waldmeiers Waisenhaus in Gaffat. Als Waldmeicr mit den übrigen Missionaren Abyssinien verließ und auf seinem Heimwege nach Europa Jerusalem besuchte, ließ er dort Sanbatoo; derselbe blieb dort in der Schule des Bischof Gobat 3 Jahre lang, 1871 aber kam er nach Chrischona." So viel über die Personen der neuen Missionare; ein ander Mal, will's Gott, mehr. Wer aber dies lieft, begleite diese Boten Christi einmal mit seinem Gebete auf ihren neuen Wegen.

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