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Dibre Emeth · 1871-01-01 · 5-6 (1871) · page 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
27 (1871)
Issue
5-6 (1871)
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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95 welche noch dieselbe Lehre, die sie von den Brüdern aus den Juden empfangen haben, bewahren und darüber halten, wie die Juden über dem Gesetze Mosis. Wir haben also unsere ganze Lehre und Verfassung von den Brüdern aus den Juden, und darum haben wir diese so herzlich lieb, und werden uns sehr freuen, wenn wir auch einmal wieder Brüder aus den Juden sehn werden, die an Jesum glauben und ihn lieb haben. Wenn sie nach unserem Unterschiede zwischen uns und den anderen Parteiungen unter den Christen fragen, so kann ich ihnen denselben nicht anders deutlich machen, als daß die Christen Alle mit dem Munde bekennen, daß Jesus der Messias ist, aber nicht auch Alle thun, was er gesagt hat, und also seine Gebote nicht halten. Die (herrnhutischen) Brüder aber von den Goim glauben mit dem Herzen an Jesum und suchen auch der Lehre Jesu gemäß zu leben und dem Beispiele ihres Erlösers zu folgen. Nach dieser Methode, auf welche mich der Heiland von Zeit zu Zeit gebracht hat, habe ich bisher meinen Umgang mit den Juden eingerichtet, um ihnen das Evangelium von Jesu zu bezeugen. Es hat zuletzt auch in Zeist einen schönen Anschein bekommen, daß noch ein Segen für dieses Volk herauskommen werde; worüber ich mich in einer Rede, die ich an dem großen Versöhnungstage, 8. Oktober 1761 in der Gemeinde zu Herrnhut gehalten, erklärt habe. Auch hat es vielen Nutzen, wenn man alle ihre Ritus und Gebräuche inne hat. Ich empfehle diese ganze Sache unserem lieben Herrn, der sein armes Volk doch viel lieber hat als wir Alle; und weil ich dieses heute am zehnten Sonntage nach Trinitatis schreibe, da in der Christenheit von der Zerstörung Jerusalems gehandelt wird, so wünsche ich von Herzen, daß die Thränen Jesu, welche er über die Stadt Jerusalem geweint hat, ihre Herzen erweichen und sein Blut, welches er auch für sie vergossen hat, bald zum Segen über sie kommen möge.

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