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Dibre Emeth · 1868-01-01 · 11-12 (1868) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
24 (1868)
Issue
11-12 (1868)
Date
1868-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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163 langten Standes zu hüten. Allerdings ist es wahr, von den Zweigen des Oelbaumes, welcher das jüdische Volk ist, sind viele ausgehauen worden, und das Reich Gottes, welches doch unter Israel seine Wurzeln geschlagen hat, steht in seiner Mitte gegenwärtig wie ein fast entästeter Stamm, aber doch find die Heiden nur in diesen Stamm eingepfropft. Kein anderer Stamm ist gepflanzt worden, sondern der alte geblieben. Die Völker sind ein selbstständig wachsender Baum mit eigenem Stamme gewesen; dieser Stamm ist unbrauchbar erfunden worden — nur durch Ablösung von demselben und durch Einpfropfung in den ursprünglich heiligen Stamm, den Stamm Israels, können die Heiden an Gott Theil haben, heilig werden. Die Völker, welche am babylonischen Thurm ihren Anfang genommen, sind nur in ihrem natürlichen Wesen erwachsen; so, wie in jenen Tagen Babels die Menschen über die Erde zerstreut wurden, sind sie im Verlauf der Entwickelung zu Völkern geworden. Israel dagegen ist abgesondert von den übrigen Völkern, im Widerspruch mit allem menschlichen und natürlichen Vermögen, auf dem Wege der Wunder durch Gottes besondere Veranstaltung ein Volk geworden. Die freie Macht der Gnade Gottes allein hat Israel geschaffen und eö sich zur heiligen Gemeinde hergerichtet. Das sollen fort und fort die Heiden, welche jetzt zur Kirche Christi, zu dem Reiche Gottes auf Erden, gekommen sind, bedenken. Sie sollen sich doch daran erinnern, daß sie eben darum Kinder Gottes geworden sind, weil sie sich nicht mehr an dem haben genügen lassen, was sie durch ihr eigenes Vermögen, durch ihre eigene geschichtliche Entwickelung geworden waren. In der Pflege des Fleisches, des Schönheitssinnes, des Machtbedürfnisses und überhaupt alles dessen, was aus der angeborenen Art der Menschen herstammt, haben sie nicht mehr Befriedigung gefunden, sondern sich vielmehr an die fremde Gottesgemeinschaft angeschlossen, die ihnen aus Israel her mit einem bis dahin doch völlig unbekannten Leben angebote» ward, und eben auf diesem Wege sind sie Glieder des Gottesvolks geworden. An der Stelle stehn die Christen aus der Heidenwelt, wo vordem nur Zweige aus Israel zu sehn waren, und gerade deßhalb sollen sie in rechter Dankbarkeit gegen den Stamm verbleiben, dessen Reiser

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